Lohnfortzahlung Arbeitgeber sollen Eingliederung nach Krankheitsfall verbessern

Immer mehr Arbeitnehmer fallen wegen psychischen Erkrankungen längere Zeit aus. An diese Entwicklung sollen sich nun auch die Arbeitgeber anpassen und das Eingliederungsmanagement für Mitarbeiter verbessern. Nach dem Willen der SPD könnte ansonsten zukünftig die Lohnfortzahlung verlängert werden.

Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu und damit steigen auch die Fälle der psychischen Erkrankungen. - © Foto: Alexander Raths/Fotolia

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sichert Arbeitnehmern nach der aktuellen Gesetzeslage über sechs Wochen lang das normale Einkommen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können. Danach übernimmt die Krankenkasse die Zahlungen und der kranke Mitarbeiter bekommt eine geringere Höhe ausbezahlt.

Lohnfortzahlung verdoppeln

Da die Arbeitsbelastungen stetig steigen und immer mehr Arbeitnehmer auch deshalb krank werden, soll nach dem Willen der SPD das Eingliederungsmanagement nach einer langen Krankheit wie Burnout verbessert werden. Sollten Arbeitgeber jedoch kein funktionierendes Eingliederungsmanagement für Mitarbeiter anbieten, müsse die Entgeltfortzahlung ausgedehnt werden, fordert die Partei.

Nach einem Wahlsieg will sie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in bestimmten Fällen von sechs auf zwölf Wochen verdoppeln. Das sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Anette Kramme, der «Rheinischen Post».

Kontrolle in Betrieben

"Der psychische Druck am Arbeitsplatz hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, die Regelungen zum Arbeitsschutz haben sich dem nicht angepasst", begründete Kramme die Pläne. Außerdem schlägt die SPD-Politikerin vor, externe Gesundheitsberater in die Unternehmen zu schicken, die die Arbeitsbedingungen überprüfen.

Zusätzlich kündigte sie an, dass die SPD eine "Anti-Stress-Verordnung" umsetzen wolle, die den Arbeitgeber dazu verpflichtet, die möglichen psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz darzustellen und Hilfen anzubieten. dhz/dpa