Blaulicht Arbeiter stirbt bei Abriss – Leiche quer durch die Stadt transportiert

Ein 27-jähriger Bauarbeiter starb Anfang Juni bei Abrissarbeiten in Hamburg-Wilhelmsburg. Statt den Notruf zu rufen, legten Unbekannte seinen Leichnam in einem Waldstück in Rissen ab. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Blaulicht-Einsatz mit Handwerker-Beteiligung
Nachdem Anfang Juni in einem Waldstück in Hamburg-Rissen eine Leiche gefunden worden war, teilte die Polizei nun mit, dass der Mann bei einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle in Wilhelmsburg ums Leben gekommen ist. - © Jan Winkler - stock.adobe.com

Ein Bauarbeiter ist Anfang Juni bei Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus in der Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg ums Leben gekommen. Statt den Notruf zu wählen, transportierten Unbekannte den bereits Verstorbenen quer durch die Stadt nach Hamburg-Rissen und legten ihn dort in einem Waldstück ab. Zwei Frauen fanden den Leichnam und alarmierten die Polizei. Die Hamburger Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Vom Mordverdacht zum Arbeitsunfall

Als Passantinnen den 27-Jährigen am 11. Juni in einem Waldstück in Rissen fanden, entstand zunächst der Verdacht, dass er durch äußere Gewalteinwirkung verstorben sein könnte. Die Mordkommission übernahm den Fall. Wenig später identifizierte die Polizei den Toten als einen 27-jährigen ägyptischen Staatsangehörigen und veröffentlichte sein Foto, um Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.

Die weiteren Ermittlungen ergaben dann: Der Mann starb nicht durch ein Verbrechen, sondern bei einem Arbeitsunfall. Er erlitt bei den Abrissarbeiten schwerste Verletzungen und verstarb.

Fachdienststelle für Arbeitsunfälle übernimmt

Der Fall liegt inzwischen nicht mehr bei der Mordkommission, sondern bei der Fachdienststelle für Arbeitsunfälle im Landeskriminalamt (LKA 45). Laut einem Bericht des NDR ermittelt das LKA auch, ob sich der Mann illegal in Deutschland aufhielt und schwarz auf der Baustelle arbeitete.

Zeugen gesucht

Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zu den Geschehnissen, beteiligten Personen oder Fahrzeugen geben können, sich unter der Telefonnummer 040 / 4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder bei jeder Polizeidienststelle zu melden. fre

Zeugenaushang der Polizei Hamburg.