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Sechs Fragen und Antworten zur Arbeit an den Feiertagen Arbeiten an Weihnachten: Zuschläge, Urlaub und häufige Rechtsfragen

Ist der 24. Dezember ein halber oder ganzer Arbeitstag? Wer muss an den gesetzlichen Feiertagen arbeiten? Gibt es an Weihnachten Zuschläge, wenn ich arbeite? Und muss ich unbedingt Betriebsurlaub nehmen? Das Arbeiten rund um Weihnachten und Silvester wirft viele rechtliche Fragen auf. Wir haben die Antworten.

Heiligabend rückt näher und vielerorts steigt die Vorfreude auf ein paar entspannte Feiertage mit den Liebsten. Während in den meisten Betrieben die Arbeit über Weihnachten eingestellt wird, sind in manchen Branchen Feiertage nicht automatisch Urlaubstage. Zwar gilt ein allgemeines Beschäftigungsverbot an gesetzlichen Feiertagen, dieses sieht jedoch auch Ausnahmen vor. Wer zu den Sonderfällen zählt, fragt sich zudem, ob es an Weihnachten Zuschläge gibt.

Der 24. Dezember wirft aber noch weitere Fragen auf. Ist Weihnachten ein ganzer, halber oder gar kein Arbeitstag? Muss ich also für Heiligabend einen halben oder ganzen Tag Urlaub nehmen? Und gilt dasselbe auch für Silvester? Welche Tage sind überhaupt Feiertage?

Andere Arbeitnehmer müssen sich mit diesen Themen überhaupt nicht auseinandersetzen. Ihr Arbeitgeber verordnet über Weihnachten Betriebsurlaub. Doch darf der Chef den Weihnachtsurlaub überhaupt vorschreiben? Viele Fragezeichen rund um das Thema Arbeiten an Weihnachten. Wir sorgen für Durchblick im rechtlichen Wirrwarr.

1. Weihnachten: Welche Tage sind Feiertage?

Welche Tage zu Weihnachten Urlaubstage sind, ist klar geregelt. Erster und zweiter Weihnachtstag sind gesetzlich als Feiertag festgelegt. Wie auch am 1. Januar gilt an diesen Tagen ein Beschäftigungsverbot für Arbeitnehmer. Am 24. und 31. Dezember muss hingegen gearbeitet werden. Es ist also ein Urlaubstag an Heiligabend und Silvester nötig. Die Regelung gilt für alle Bundesländer.

Die wiederkehrende Frage zu Weihnachten "Welche Tage sind Feiertage?" scheint damit eigentlich beantwortet. Dennoch wird auch die nächste Frage alle Jahre wieder gestellt. Zu Recht, denn es gibt ein paar Ausnahmen.

2. Weihnachten: Halber oder ganzer Tag Urlaub?

Der 24. Dezember ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein ganz normaler Arbeitstag. Um Heilig Abend nicht auf der Arbeit zu verbringen, muss also ein ganzer Tag Urlaub eingereicht werden. Eine Ausnahme ergibt sich, wenn das Unternehmen eine anderslautente betriebliche Vereinbarung getroffen hat.

Arbeiten an Heiligabend und Silvester häufig betrieblich geregelt

In einigen Betrieben ist es an Weihnachten üblich, dass für den 24. Dezember nur ein halber Tag Urlaub genommen werden muss. Manche Arbeitgeber geben ihren Mitarbeitern sogar den ganzen Tag frei, ohne dass dafür ein Urlaubstag geopfert werden muss. Eine solche Vereinbarung ist jedoch freiwillig und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Arbeitnehmer können die entsprechende Urlaubsregelung im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag nachlesen. Ist ein Betriebsrat vorhanden, können Regelungen über die Arbeit an Weihnachten auch in einer Betriebsvereinbarung stehen.

Dieselbe gesetzliche Grundlage wie am 24. Dezember gilt übrigens auch an Silvester. Auch dieser Tag ist offiziell ein ganzer Arbeitstag, kann jedoch betrieblich als halber oder ganzer Tag Urlaub festgelegt sein.

Sowohl am 24. als auch am 31. Dezember gilt "Gleiches Recht für alle". Das heißt: Schickt der Chef seine Mitarbeiter nach einem halben Arbeitstag in den Feierabend, darf auch Arbeitnehmern, die an diesem Tag frei haben, nur ein halber Urlaubstag abgezogen werden.

Betriebliche Übung kann an Heiligabend Urlaubstag bescheren

Eine rechtliche Stolperfalle bietet die sogenannte "betriebliche Übung". Diese kann zum Zuge kommen, wenn der Betrieb seinen Mitarbeitern drei Jahre in Folge an Heilig Abend oder Silvester freigegeben hat – ganz gleich, ob einen halben oder ganzen Arbeitstag. Arbeitnehmer können in diesem Fall vor das Arbeitsgericht ziehen und aufgrund betrieblicher Übung das Recht auf Urlaub an Weihnachten durchsetzen.

Arbeitgeber können sich vor einem solchen Fall mit einer Bekanntmachung schützen, die per Mail an alle Mitarbeiter geschickt wird oder am Schwarzen Brett ausgehangen wird. In dieser sollte stehen, dass die Freistellung freiwillig ist, nur für das aktuelle Jahr gilt und kein Rechtsanspruch für die Zukunft besteht. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass unter dieser Voraussetzung keine betriebliche Übung entsteht (Az.: 9 AZR 672/92).

Heiligabend: Halber Urlaubstag wegen Regelung zur Lärmbelästigung

Für Handwerker könnte an Weihnachten noch eine weitere Regelung relevant sein. In manchen Bundesländern gilt Heilig Abend als "stiller Tag". Demnach sind Lärmbelästigungen am Nachmittag und Abend des 24. Dezember untersagt. Für Baustellen an denen lärmintensiv gearbeitet wird, könnte dies bedeuten, dass spätestens am Nachmittag die Arbeit eingestellt werden muss. Die Handwerker erhalten quasi per Gesetz einen halben Tag Urlaub.

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3. Wer muss an Weihnachtsfeiertagen arbeiten?

Grundsätzlich ist die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen verboten. Dieses Beschäftigungsverbot gilt für den gesamten Tag – also von 0 bis 24 Uhr. Betriebe müssen ihren Arbeitnehmern das ganz normale Entgelt bezahlen. Die Weihnachtsfeiertage müssen nicht "nachgearbeitet" werden.

Im Arbeitsgesetz unter Paragraf 10 sind jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel definiert. So müssen beispielsweise Mitarbeiter in Pflegediensten, Restaurants oder Kinos trotz Beschäftigungsverbot an den Weihnachtsfeiertagen arbeiten – oder eben Urlaub nehmen. Insgesamt sind 16 Ausnahmen im Arbeitsgesetz festgehalten, unter anderem Polizisten, Ärzte und Kellner.

Sowohl der 24. Dezember als auch Silvester sind keine offiziellen Feiertage. Für diese Tage gelten dieselben Urlaubsregelungen, wie an allen anderen Arbeitstagen auch. Jedoch kann auch hier der Arbeitgeber vorschreiben, wer an den Weihnachtsfeiertagen arbeiten muss. Nach Paragraf 106 der Gewerbeordnung darf der Chef bestimmen, wer an Heilig Abend oder Silvester arbeiten muss. Da die Entscheidung "nach billigem Ermessen" gefällt werden muss, haben im Zweifelsfall beispielsweise alleinerziehende Mitarbeiter bessere Chancen auf Freistellung.

4. Gibt es an Weihnachten Zuschläge, wenn ich arbeite?

Ob es an Weihnachten Zuschläge gibt, hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Rein rechtlich gesehen, haben Beschäftigte keinen Anspruch auf Weihnachtszuschläge. Es gelten dieselben Regeln, wie an allen anderen Feiertagen auch. Muss ein Arbeitnehmer beispielsweise am 26. Dezember arbeiten, hat er lediglich Anspruch auf einen Ersatzruhetag – so wie es auch bei Sonntagsarbeit der Fall ist. Anders verhält es sich bei der Nachtarbeit. Hier sind Zuschläge verpflichtend.

Obwohl es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, zahlen viele Betriebe an Weihnachten Zuschläge an ihre Mitarbeiter aus. Zu beachten ist, dass die Regelungen meist nur Feiertage betreffen. Wer am 24. oder 31. Dezember arbeitet, erhält in der Regel keine Zuschläge. Ob zusätzliches Geld bezahlt wird, steht im Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung. Wie die ManpowerGroup in ihrer repräsentativen Studie "Jobzufriedenheit 2017 herausfan, sind Zuschläge für die meisten Arbeitnehmer jedoch nur ein kleines Trostpflaster. Rund 92 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie lieber eine Auszeit an Weihnachten hätten, als für finanzielle Zuschläge zu arbeiten.

Generell gilt für Zuschläge: Ist der Lohnzuschlag höher als 50 Euro pro Stunde, muss er versteuert werden. Alles was darunter liegt ist steuerfrei – das entspricht circa 125 Prozent des Grundlohns. Am 25. und 26. Dezember sind Lohnzuschläge sogar bis zu 150 Prozent des Grundlohns steuerfrei.

5. Habe ich Anspruch auf einen freien Tag, wenn der Weihnachtsfeiertag aufs Wochenende fällt?

Wenn die Weihnachtsfeiertage aufs Wochenende fallen und dadurch zusätzliche freie Tage durch die Lappen gehen, haben deutsche Arbeitnehmer Pech gehabt. Übrigens: In so manchem europäischen Nachbarland sieht das anders aus. Briten oder Belgier holen ihre Feiertage beispielsweise an einem anderen Tag nach, sollten sie auf einen Sonntag fallen. Allgemein kommen Deutsche aber sehr gut weg. In kaum einem Land gibt es so viele gesetzliche Feiertage wie in Deutschland.

6. Muss ich den Betriebsurlaub zwingend nehmen?

Eigentlich dürfen Arbeitgeber nicht vorschreiben, wann ihre Mitarbeiter Urlaub nehmen. Dennoch kann über Weihnachten Betriebsurlaub für alle Arbeitnehmer oder für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern angeordnet werden. Einzig der Betriebsrat könnte dem Arbeitgeber einen Strich durch die Rechnung machen. Dieser muss den Betriebsferien zustimmen.

Es gilt jedoch: Die Betriebsferien dürfen höchstens drei Fünftel des Jahresurlaubs ausmachen. Nur in Ausnahmefällen darf von dieser Urlaubsverordnung abgewichen werden. Wurde alles rechtens verordnet, müssen die Mitarbeiter den Betriebsurlaub zwingend nehmen. Individuelle Urlaubswünsche müssen zurückstehen. fre

Rechtlich gilt für Weihnachten 2017:

Ob für Heiligabend ein Urlaubstag genommen werden muss? Die Frage nach Urlaub an Heiligabend stellt sich dieses Jahr nicht. Der 24. Dezember fällt 2017 auf einen Sonntag.

24. Dezember 2017: Sonntag

25. Dezember 2017: Gesetzlicher Feiertag (1. Weihnachtsfeiertag)

26. Dezember 2017: Gesetzlicher Feiertag (2. Weihnachtsfeiertag)

27. bis 29. Dezember 2017: Drei Arbeitstage

30. Dezember 2017: Arbeitstag (nur bei 6-Tage-Woche)

31. Dezember 2017: Sonntag (Silvester)

1. Januar 2018: Gesetzlicher Feiertag (Neujahr)

Wer zwischen Heilig Abend und Neujahr frei nehmen möchte, muss dieses Jahr also drei Tage Urlaub nehmen. Wer eine Sechs-Tage-Woche hat muss auf vier Urlaubstage aufwenden.

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