Die neue Apple Watch kommt auf den Markt und weckt das Interesse der Technikfans. Doch auch andere Hersteller setzen auf Sensoren und Apps, um klassischen Armbanduhren den Rang abzulaufen. Sieben Modelle im Vergleich.

Kurz vor dem Verkaufsstart der neuen Apple Watch veröffentlichte der IT-Verbands Bitkom die Ergebnisse einer neuen Umfrage. Demnach interessieren sich vier von zehn Menschen in Deutschland für Smartwatches. Dabei heißt Interesse jedoch nicht Kaufabsicht. Nur jeder Siebte würde eine Apple Watch oder eine Smartwatch mit Android Wear kaufen , rund ein Viertel der Befragten könnte es sich zumindest vorstellen. Wirklich massentauglich sind die Handgelenkcomputer damit noch nicht. Als Gründe für eine Ablehnung nannten die Umfrageteilnehmer unter anderem Datenschutzbedenken, zu hohe Kosten oder dass die Smartwatches nicht gefallen.
Apple Watch vorerst nur online bestellbar
Doch das Interesse der Technikfans ist ungebrochen. Viele erwarten nun ihre neue Apple Watch, die seit Freitag an die ersten verschickt wird. In den Apple Stores kann man die Uhr hingegen vorerst nicht mitnehmen. Und so bleiben auch die typischen Schlangen vor den Apple Stores diesmal aus. Die Uhr wird voraussichtlich auch den ganzen Mai nicht direkt in den Apple Stores zu kaufen sein. Bis dahin kann man sie lediglich online bestellen. Auch hier sind Wartezeiten bis Juni angekündigt.
In den bisher erschienenen Testberichten wird durchgängig die hohe Verarbeitung der Apple Watch sowie die Qualität der Software gelobt, die das häufige Nachschauen auf dem iPhone erspare. Aus technologischer Perspektive ist die Apple Watch eine Erweiterung des iPhones . Wie die Tests zeigen, hält der Akku wirklich gut einen Tag lang durch, wie von Apple zugesagt.
Mit seiner ersten neuen Produktkategorie seit dem iPad möchte Apple Millionen Menschen dazu bringen, künftig mit kleinen Computern am Handgelenk herumzulaufen, Nachrichten auf einem Mini-Bildschirm zu lesen und über Fitness-Apps den Puls oder die Herzfrequenz zu überprüfen. Die Apple Watch ist aber längst nicht die einzige Smartwatch auf dem Markt. Was die Modelle der Top-Hersteller können:
Apple Watch
Eine der größten Stärken von der Apple Watch sind die vielen Designs, zwischen den Kunden wählen können. Zwei Größen und drei Modelle stehen zur Auswahl – insgesamt über 30 Varianten sind möglich. Die klassische Apple Watch bietet wahlweise ein Edelstahl- oder Lederarmband, die Sport-Edition ein leichteres Aluminiumgehäuse sowie farbige Plastikarmbänder. Die Luxus-Edition verfügt über ein Gehäuse mit einer Legierung aus 18-karätigem Gold.
Über ein kleines Rädchen am Gehäuse (genannt Digital Crown ) lässt sich die Uhr nicht nur über den druck- und berührungsempfindlichen Bildschirm, sondern auch mechanisch bedienen.
Die Apple Watch kann über Zifferblätter personalisiert werden, die von traditionellen analogen, wie dem Chronograph-Zifferblatt, über das informative Modular-Zifferblatt, bis hin zu animierten Schmetterlingen und Quallen des Bewegung-Zifferblatts reichen.
Vom Zifferblatt aus gelangt der Nutzer durch einen Wisch nach oben zu Kurzinfos, die dem Nutzer schnell die für ihn wichtigen Informationen zeigen, wie die Wettervorhersage, seinen aktuellen Aufenthaltsort auf einer Karte oder die Musik , die er gerade hört.
Eine weitere Besonderheit ist der Bezahldienst Apple Pay , der über einen integrierten NFC-Chip nutzbar ist. Kooperationen mit großen Kreditkartenfirmen und bekannten Warenhausketten ermöglichen das kontaktlose Bezahlen per Uhr. Allerdings wird der Service zunächst nur in den USA verfügbar sein.
Im Gegensatz zu Samsungs Gear S muss der Uhrenträger immer ein Smartphone (ab Modell iPhone 5) mit sich tragen , um alle Vorzüge der Uhr zu nutzen. Ab 399 Euro soll als günstigste Variante die Apple Watch Sport zur Einführung in Deutschland am 24. April kosten. Die etwas hochwertigere Apple Watch aus Edelstahl kostet zwischen 649 bis 1.249 Euro. Die Luxusuhr Apple Watch Edition aus 18-karätigem Gold kostet zwischen 11.000 und 18.000 Euro und ist nur limitiert verfügbar.
Samsung Gear S
Lange vor der Apple Watch kamen bereits die ersten Smartwatches von Samsung auf den Markt. Mit der kurz vor der IFA 2014 präsentierten Samsung Gear S wollten die Koreaner den großen Coup landen. Doch bisher schafft die Uhr nicht den ganz großen Verkaufserfolg. Samsung hat 2014 insgesamt 1,2 Millionen Smarwatches verkauft . Ein Bruchteil der Verkaufszahlen für Smartphones von Samsung, wie das Galaxy Note und Galaxy S.
Als bislang fast einzige auf dem Markt erhältliche Smartwatch bietet die Uhr ein integriertes Mobilfunkmodul . Damit lässt sich mit der Gears S auch ohne ein Smartphone im Internet surfen oder über die integrierte Freisprechfunktion ein Telefongespräch führen.
Die Gear S besitzt mit Maßen von zwei Zoll zudem den größten Bildschirm aller verfügbaren Modelle. Eine weitere Besonderheit ist eine leichte Wölbung im Gehäuse, das sich besser als andere Modelle ans Handgelenk anschmiegen soll. Die Auflösung des Bildschirms von 480 × 320 Pixeln ist bereits besser als vor ein paar Jahren bei den ersten Smartphones.
Leicht am Handgelenk liegt die Gear S allerdings nicht. Mit 68 Gramm gehört die Uhr zu den schwereren Modellen . Auch wegen des großen Bildschirms und einer Gehäusedicke von 12,5 Millimetern wirkt die Gear S gegenüber einer gewöhnlichen Armbanduhr etwas klobig. Mit einem Preis von 399 Euro ist sie zudem realtiv teuer.
Huawei Watch
Konkurrenz kommt auch von Huawei. Die erste Smartwatch des chinesischen Herstellers ist dem Design einer klassischen Armbanduhr nachempfunden. Der Bildschirm ist mit 400 mal 400 Pixeln sehr scharf für solch eine kleine Uhr. Mit ihrem Durchmesser von 42 Millimetern wirkt sie für eine Smartwatch filigran.
Das Gehäuse ist aus Edelstahl und der Bildschirm wird von Saphirglas geschützt. Die Huawei Watch soll sich mit verschiedenen Armbändern aus Leder kombinieren lassen. Preis und Verfügbarkeit stehen noch nicht fest.
LG G Watch R
Smartwatches können auch rund sein. Das zeigt LG mit der G Watch R . In Kombination mit einem schwarzen Kalbslederarmband sieht die Uhr weniger nach Computer aus. Ein Plastik-OLED-Bildschirm soll die Uhr auch im Sonnenlicht noch gut lesbar machen. Mit 299 Euro ist die G Watch R günstiger als die Modelle von Samsung und Apple.
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat LG zudem kürzlich die Watch Urbane vorgestellt, die mit einem Vollmetallgehäuse aufwartet und wahlweise mit LTE erhältlich ist.
Sony Smartwatch 3
Extrem unempfindlich gegen Staub und Wasser – Stärken von Sonys Uhr. Bis zu 30 Minuten und einer Tiefe von zwei Metern soll die Smartwatch 3 standhalten. Ein weiterer Pluspunkt für Sony ist das geringe Gewicht. Mit 45 Gramm ist sie für sportliche Nutzer besonders geeignet.
Dass Sony die sportliche Zielgruppe ansprechen möchte, zeigen weitere Funktionen, wie ein integriertes GPS-Modul , das die Konkurrenz nicht bietet. Damit können etwa Jogger auch ohne Smartphone ihre Position aufzeichnen. Sonys Smartwatch ist für 230 Euro erhältlich.
Asus Zenwatch
Schick statt sportlich i st die Zenwatch von Asus. Ein braunes Lederarmband und ein Gehäuse aus Metall verleihen der Uhr mehr Wertigkeit, als der sehr günstige Marktpreis von 199 Euro vermuten lassen würde.
Eine Besonderheit ist die Funktionsweise des Pulsmessers. Eine kurze Berührung des Metallrahmens mit dem Finger reicht und der Pulswert wird auf dem Bildschirm angezeigt. Ein Nachteil für den Outdoor-Einsatz: Die Asus Zenwatch ist nicht wasserdicht, sondern bietet nur Schutz vor Spritzwasser und Staub.
Moto 360
Wie LG setzt Motorola bei seiner Smartwatch auf einen rundes Gehäuse . Allerdings ist die Fläche nicht komplett mit Bildschirm ausgefüllt, am unteren Rand verdeckt eine kleine schwarze Fläche die Steuerungstechnik der Uhr. Das trübt etwas das gelungene Design mit Edelstahlgehäuse und Lederarmband.
Auf dem Datenblatt etwas schwachbrüstig wirkt der Prozessor von Texas Instruments, der weniger Leistung bietet als andere Modelle. Erste Tests bescheinigen dem Akku ein geringeres Durchhaltevermögen als etwa der LG Watch. Die Moto 360 gibt es für 249 Euro. sg /dpa





