Anlageberater greifen gerne mal zu Tricks

Vorsicht vor geschönten Ergebnissen. Jahresrendite sagt mehr aus

Anlageberater greifen gerne mal zu Tricks

Wenn magere Renditen üppiger erscheinen sollen, als sie es tatsächlich sind, greifen manche Anlageberater zu einem Trick: Sie rechnen den jährlichen Zuwachs auf einen langen Zeitraum hoch und präsentieren für die Gesamtlaufzeit einen eindrucksvollen Gesamtgewinn. Auf diese Weise lässt sich ein Anlageprodukt oft deutlich besser verkaufen. Darauf weist die ING-Diba hin. Denn „33 Prozent Wertzuwachs in zehn Jahren“ klinge in den Ohren vieler Anleger besser als „2,9 Prozent Jahreszins“. Auch wenn hinter beiden Werten das gleiche Anlageergebnis steht.

Das „Verschönern“ des Anlageerfolges setze vor allem bei zwei Punkten an: Erstens bei der Wirkung der großen Zahl. Und zweitens bei dem fehlenden Wissen vieler Menschen darüber, wie man mehrjährige Wertentwicklungen unter Berücksichtigung des Zinseszinseffektes korrekt in eine Jahresrendite umrechnet. Sie müsse bei der Renditeermittlung berücksichtigt werden, wenn ein Teil des Wertzuwachses durch die Wiederanlage von Erträgen entsteht. Aus 33 Prozent Ertrag über zehn Jahre ergebe sich dann kein Jahreszins von 3,3 Prozent, sondern nur einer von 2,9 Prozent. Verbraucher sollten zum Vergleich von Anlageprodukten immer nach der korrekt berechneten Jahresrendite fragen und sich diese schriftlich bestätigen lassen. Aufsummierte Gewinne oder durchschnittliche Wertzuwächse helfen bei der Gegenüberstellung nicht weiter. Auf diese Weise lässt sich vermeiden, dass verzerrte Ergebnisse zu einer falschen Anlageentscheidung führen.dhz