Das Bundesfinanzministerium erwartet eine nur zögerliche Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in Deutschland. Bisher könne von einem selbsttragenden Aufschwung nicht die Rede sein, heißt es im aktuellen Monatsbericht.
Anfälliger Aufschwung
Der deutsche Erholungsprozess sei im Gegenteil nach wie vor anfällig für Rückschläge. Die Wirtschaftsdaten vom Januar deuteten auf eine nur schwache Belebung der industriellen Aktivität sowie auf eine anhaltende Schwäche des privaten Konsums hin. Allerdings gebe es Signale, dass sich die wirtschaftliche Erholung nach verhaltenem Jahresauftakt im weiteren Jahresverlauf allmählich fortsetzen dürfte, schreiben die Konjunkturexperten.
Der Arbeitsmarkt erweise sich ungeachtet des strengen Winters weiter als robust. Die negativen Auswirkungen der Krise seien wesentlich geringer ausgefallen, als der wirtschaftliche Einbruch 2009 hätte erwarten lassen. "Die Unternehmen rechnen wohl mit einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung und sind daher auch weiterhin daran interessiert, ihre Arbeitskräfte zu halten", heißt es im Bericht.
Bundesbank sieht Konjunkturbelebung im zweiten Quartal
Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsberich mit einer Belebung der deutschen Konjunkturerholung im zweiten Quartal 2010. Sicherlich habe die Wirtschaft zu Jahresbeginn weiter unter dem Einfluss der temporären Belastungsfaktoren gestanden, die bereits Ende 2009 zur Unterbrechung des Wachstums geführt hätten, doch sprächen einige Faktoren für eine fortgesetzte Erholung.
Demnach rechnen die Experten mit einer "im Kern weiterhin recht robusten Anschaffungsneigung". Darauf deuteten die Einzelhandelsumsätze, die im Januar auf Monatssicht ihr Niveau weitgehend gehalten hätten, ebenso hin wie die nahezu unveränderten Einkommensperspektiven und die noch vergleichsweise hohe Anschaffungsneigung der Haushalte.
"Für das zweite Vierteljahr ist aufgrund der zu Jahresbeginn stark verbesserten Nachfragesituation im verarbeitenden Gewerbe sowie der im Frühjahr zu erwartenden Nachholeffekte in der Baubranche mit einer Wiederaufnahme des konjunkturellen Erholungsprozesses zu rechnen", heißt es weiter.
ddp
