Google hat im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz I/O die neueste Version seines beliebten Betriebssystems für Smartphones und Tablets vorgestellt. Die wichtigsten Fakten zu Android M im Überblick.
Steffen Guthardt
Ob Smartphones von Samsung, LG oder Sony - über 80 Prozent aller Smartphones laufen mit dem Android-Betriebssystem von Google. Nicht mehr lange wird es dauern, bis das neue Android M als Update oder auf neuen Geräten vorinstalliert erhältlich sein wird.
Auf seiner Entwicklerkonferenz I/O hat der Suchmaschinenriese Details zu den Neuheiten von Android M bekannt gegeben. Das Wichtigste zum Lollipop-Nachfolger im Überblick
Die wichtigsten Fakten zu Android M:
- Android M soll das Betriebssystem energiesparsamer machen. Eine doppelt so lange Akkulaufzeit soll möglich sein. Allerdings gilt das wohl nur für die Stand-by-Zeiten. An der Akkudauer im Betrieb mit Telefonieren, Spielen und Surfen wird sich nichts Gravierendes ändern.
- für eine längere Akkulaufzeit integriert Google die Funktion Doze ("Halbschlaf"). Über Sensoren erkennt das System, ob das Smartphone gerade genutzt wird oder zum Beispiel nur auf dem Tisch liegt. Ist das der Fall, werden die Systemleistungen automatisch heruntergefahren. Telefongespräche und SMS werden in dieser Zeit trotzdem weiter empfangen.
- beim Starten von Apps, soll der Nutzer künftig nicht mehr alle Zugriffsberechtigungen auf einmal abgeben müssen. Im Zuge eines besseren Datenschutzes sollen einzelne Berechtigungen erst abgefragt werden, wenn diese von der App wirklich benötigt werden. Das gilt zum Beispiel für Kontakte aus dem Telefonbuch oder Bilder von der Kamera. Einzelnen Berechtigungen kann der Nutzer nun widersprechen und die App trotzdem nutzen.
- Verlinkungen in Apps auf andere Dienste wie zum Beispiel Social-Media-Seiten, können künftig automatisch abgerufen werden, ohne das der Nutzer die Weiterleitung bestätigen muss. Allerdings ist die Funktion nur möglich, wenn der zuständige Entwickler seine Android-App dafür verifizieren lässt.
- die Fingerabdruck-Funktion, die einige Smartphones wie das Samsung Galaxy S6 bereits bieten, werden ab Android M standardmäßig von Google unterstützt. Das ist wichtig im Hinblick auf die Smartphone-Bezahlfunktion "Android Pay", die Google in Konkurrenz zu "Apple Pay" vorgestellt hat. Über den Fingerabdruck sollen sich Zahlungsvorgänge mit einem hohen Sicherheitsstandard autorisieren lassen. Auch zum Entsperren des Geräts und für "In-App-Anwendungen" kann der Fingerabdruck genutzt werden.
- Google M unterstützt bereits Geräte, die über USB Typ C an das Smartphone angeschlossen werden. Der Typ-C-Stecker für den neuen USB-Standard 3.1 ist kleiner als der von Notebooks bekannte Typ-A-Stecker jedoch größer als der von Smartphones bekannte Micro-USB.
- der Sprachassistent Google Now soll mit Android M intelligenter werden. Der Fokus liegt dabei auf der Interaktion mit dem Nutzer. Wird etwa Musik auf dem Smartphone abgespielt, kann der Nutzer mit der Frage "Wo kommt er her" eine Antwort über den Herkunftsort des Interpreten erhalten. Der Name des Künstlers soll dafür nicht nötig sein. Google Now soll den Nutzer zudem an wichtige Aufgaben erinnern. Etwa das Betanken eines Mietwagen vor der Rückgabe.
- Android M wird voraussichtlich wieder nach einer Süssigkeit benannt. Wie der finale Titel von Android M lauten wird, steht allerdings noch nicht fest.
- Android M könnte im Herbst 2015 gemeinsam mit neuen Nexus-Modellen von Google auf den Markt kommen
