SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sieht sich nach ihrer Rückkehr in den Beruf Angriffen aus der Bevölkerung ausgesetzt. "Warum pflanzen Sie sich überhaupt fort?", sei eine der Äußerungen gewesen, die sie habe lesen müssen, schrieb Nahles in der "Zeit" laut Vorabbericht vom Mittwoch. Nahles war nach zwei Monaten Babypause wieder in die Politik zurückgekehrt.
Andrea Nahles sieht sich nicht in einer Vorbildrolle
Berlin (dapd). SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sieht sich nach ihrer Rückkehr in den Beruf Angriffen aus der Bevölkerung ausgesetzt. "Warum pflanzen Sie sich überhaupt fort?", sei eine der Äußerungen gewesen, die sie habe lesen müssen, schrieb Nahles in der "Zeit" laut Vorabbericht vom Mittwoch. Nahles war nach zwei Monaten Babypause wieder in die Politik zurückgekehrt. Rollenmodell für andere berufstätige junge Mütter wolle sie nicht sein, erklärte Nahles.
Nahles ist Mutter einer sechs Monate alten Tochter. Neuerdings werde sie immer wieder von berufstätigen Müttern angesprochen, schrieb sie. "Sie wünschten sich mich als öffentliches Rollenmodell dafür, dass Kind und Karriere vereinbar sind." Mit dieser Vorbildrolle fühle sie sich überfordert. "Ich neige auch nicht dazu, mein Privatleben nach außen zu kehren."
"Wir haben uns in Deutschland immer noch nicht vollständig vom Familienbild des 19. Jahrhunderts verabschiedet", kritisierte Nahles. "Unsere Vorstellungen von Familie und Erziehung haben nicht ganz Schritt gehalten mit unserer Ökonomie und den Ansprüchen junger Menschen an ihr Leben." Frauen stünden vor einer schweren Lebensentscheidung: "Entscheiden wir uns für Kinder, sind wir mit Anforderungen konfrontiert, denen wir oft weder entsprechen wollen noch können, nach denen uns die Gesellschaft aber beurteilt." Einige Frauen verzichteten trotz Kinderwunsch auf Nachwuchs, "um dieser Zerreißprobe zu entgehen".
dapd
