Möbel aufbauen oder auch mal eine Wand streichen: Es gibt durchaus einige Handwerksarbeiten, die Heimwerker gerne selbst übernehmen – meistens aus Kostengründen. Eine Umfrage unter Mietern und Wohnungseigentümern zeigt jetzt, an welche Aufgaben sich nur wenige heranwagen.

Ob für Schönheitsreparaturen oder weil etwas kaputtgegangen ist – kleinere Reparaturarbeiten fallen in Haushalten immer wieder an und nicht für alles wollen Mieter und Wohnungseigentümer gleich einen Handwerker beauftragen. Viele nutzen dann Internetvideos, um eine Anleitung oder Erklärung zu bekommen, die beim Lösen des Problems hilft. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag der ADAC Zuhause Versicherung unter insgesamt 2.107 Personen ab 18 Jahren, die in einer Wohngemeinschaft oder einem eigenen Haushalt allein oder mit Partner bzw. Familie wohnen. Mehr als die Hälfte von ihnen greift demnach auf Anleitungsvideos im Internet zurück. Bei den unter 40-Jährigen waren es sogar 71 Prozent. Als weitere Quellen nutzen die angehenden Heimwerker gerne auch das Wissen von Freunden, Bekannten und Verwandten. Jeder zweite Befragte gab an, im Freundes- oder Verwandtenkreis nachzufragen.
Heimwerker mit wenig handwerklichem Know-how
Heimwerken ist bei Mietern und Wohnungseigentümern durchaus beliebt – zumindest, was einige eher unkompliziertere Arbeiten betrifft. Denn handwerkliches Know-how trauen sich eher wenige zu. Zwar haben fast drei Viertel aller Mieter und Wohnungseigentümer in der Umfrage angegeben, aus Kostengründen gelegentlich selbst anzupacken. Aber nicht einmal jeder Dritte hält die eigenen handwerklichen Fähigkeiten für gut. "Entsprechend wagen sich die meisten nicht an alle Aufgaben gleichermaßen", teilt die Versicherung zu den Umfrageergebnissen mit. Diese zeigen folgende Verteilung:
- Das Aufbauen von Möbeln trauen sich viele zu: 87 Prozent übernehmen dies gerne und oft selbst.
- Auch das Streichen von Wänden ist kein großes Hindernis: 84 Prozent gaben an, diese Aufgabe alleine zu meistern.
- Rohrverstopfungen selbst zu beseitigen, wagt aber nur noch gut die Hälfte der Befragten. 52 Prozent gaben an, dies als Heimwerker zu bewältigen.
- Elektroarbeiten führt noch jeder Dritte (31 Prozent) selbst aus.
- An die Reparatur von Elektrogroßgeräten wagen sich lediglich 16 Prozent.
Vor allem akute Pannen in Haus oder Wohnung schrecken der Umfrage zufolge viele ab, selbst tätig zu werden. "Auch wenn viele selbst zum Werkzeug greifen, um Geld zu sparen, gibt es immer wieder Aufgaben und Situationen, in denen für die meisten Menschen schnelle und professionelle Hilfe unverzichtbar ist", sagt dazu Sascha Herwig, Vorstandsvorsitzender der ADAC Zuhause Versicherung. Mit den Umfrageergebnissen hat die Versicherung auch Zahlen zu den Pannen im Haushalt veröffentlicht, die sie erfasst. Denn diese sind keine Seltenheit: In den letzten fünf Jahren hat jeder Dritte (35 Prozent) einen Ausfall der Heizung erlebt, bei 28 Prozent fiel ein Elektrogroßgerät wie die Waschmaschine oder der Geschirrspüler aus. Jeder Vierte (25 Prozent) hatte im selben Zeitraum eine Rohrverstopfung zu beklagen.
Die Versicherung zieht dabei ein positives Fazit für das Handwerk: "Werden für solche oder ähnliche Arbeiten Handwerker beauftragt, sind die Erfahrungen mit großer Mehrheit positiv." So gaben 83 Prozent der Befragten an, sie seien überwiegend zufrieden gewesen.
Heimwerker werden aus Kostengründen
Dennoch gab es für die Befragten auch Gründe, Handwerker nicht zu beauftragen und Arbeiten selbst zu übernehmen. Dabei geht es vorrangig um die Kosten. 76 der befragten Mieter sowie Haus- und Wohnungseigentümer stimmten der Aussage in der Umfrage zu, die Kosten, Handwerker zu beauftragen, seien zu hoch. 73 Prozent von ihnen gaben an, Handwerksarbeiten gelegentlich selbst zu übernehmen, um Geld zu sparen. Fast jeder Vierte (22 Prozent) gab zudem zu, Handwerker schon einmal schwarz beschäftigt zu haben.
Es zeigen sich jedoch Unterschiede je nach Alter und Geschlecht. Heimwerken aus Kostengründen ist demnach bei Menschen unter 40 Jahren deutlich verbreitet. 80 Prozent der Befragten übernehmen Handwerksarbeiten demnach auch mal selbst, um Geld zu sparen. Dasselbe sagen in der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren 76 Prozent der Befragten, ab 60 Jahren sind es immerhin noch 63 Prozent. Die Unterschiede nach Geschlecht sind dagegen viel weniger deutlich. Insgesamt greifen etwas mehr Männer als Frauen zum Werkzeug. Dies betrifft aber vorrangig die älteren Generationen. jtw
