Eintauchen in eine der spannendsten Epochen der Baugeschichte

Am Tag des offenen Denkmals lebt das 19. Jahrhundert auf
Eine der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epochen der Bau- und Kunstgeschichte steht im Mittelpunkt des diesjährigen Tages des offenen Denkmals. Wenn an diesem Sonntag, dem 11. September, in ganz Deutschland historische Gebäude ihre Pforten öffnen, soll vor allem das 19. Jahrhundert wieder lebendig werden - ein Zeitraum, der von Romantik, Realismus und Revolution geprägt war.
Politisch wie gesellschaftlich war das
19. Jahrhundert von Umbrüchen geprägt: Die Napoleonischen Kriege, das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die Neuordnung Europas im Wiener Kongress 1815 und die Reichsgründung 1871 brachten weit reichende strukturelle Veränderungen mit sich. Das bekamen auch die Handwerker jener Zeit zu spüren. Immer stärker drängten Industrieprodukte auf den Markt. Fabriken schossen wie Pilze aus dem Boden.
Wirtschaftliche Blüte, verbesserte Reisewege und Transportmittel machten vielen Künstlern und Wissenschaftlern das Reisen möglich. Ideen und Stile wurden neu miteinander kombiniert und über die Landesgrenzen hinaus ausgetauscht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sowie deren romantische Verklärung führten in Architektur und bildender Kunst zu einer Rückbesinnung auf die Formensprache der Vergangenheit: Von der Kunst der Antike bis zum Barock wurden die unterschiedlichen Elemente miteinander verbunden und quasi neue Stile entwickelt.
Die Industrialisierung und die damit verbundene Landflucht verursachten tiefgreifende Veränderungen in der Baukultur der Städte. Gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die Städte einen massiven Umbau, der auf neuen architektonischen Konzepten basierte: Neue Arbeiterquartiere entstanden und mit ihnen Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und Volksparks, die noch heute das Bild vieler Städte prägen.
Die zentrale Eröffnungsfeier für den Tag des Handwerks beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier, wo allein schon 30 Denkmale an diesem Tag zu besichtigen sind. In allen Bundesländern beteiligen sich hunderte öffentliche Einrichtungen, Kirchgemeinden oder Privatbesitzer an dem Aktionstag. Vielerorts gibt es Führungen, Lesungen oder Konzerte. ste
Einen Überblick über die Vielzahl offener Denkmale gibt es im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de im Bereich Programm