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Konjunktur So steht es um die deutsche Wirtschaft

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht die Wirtschaft im Aufwind und rechnet mit keinem zweiten allgemeinen Shutdown. Wichtige aktuelle Kennzahlen im Überblick.

Der Einbruch der deutschen Wirtschaft fällt nicht ganz so stark aus wie noch im Frühjahr befürchtet. "Die Talsohle ist durchschritten", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Das Bruttoinlandsprodukt werde dieses Jahr um 5,8 Prozent sinken. Im Frühjahr rechnete er noch mit einem Minus von 6,3 Prozent. Den konjunkturellen Tiefpunkt habe es im Mai gegeben, seitdem gehe es wieder aufwärts. Und dies schneller als erwartet. Wirtschaftliche Impulse, die ursprünglich erst im nächsten Jahr erwartet wurden, dürften schon in dieses Jahr fallen, was insgesamt die Wachstumsprognose für 2021 mit 4,4 Prozent nicht ganz so hoch ausfallen lässt. Im Frühjahr war er noch von 5,2 Prozent ausgegangen. Das Vorkrisenniveau dürfte nach Einschätzung des Wirtschaftsministers erst 2022 wieder erreicht werden.

Starker Einbruch bei den Exporten erwartet

Mit weiteren massiven und weitreichenden Maßnahmen zur Beschränkung des öffentlichen Lebens rechnet Altmaier nicht. "Ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, die angestiegenen Infektionszahlen wieder zu senken, ohne dass dafür ein Shutdown der Wirtschaft notwendig sein wird", sagte er. Angesichts der international hohen Pandemiezahlen müsse allerdings mit negativen Auswirkungen auf den Export gerechnet werden. Der deutsche Export werde den Prognosen zufolge 2020 um 12,1 Prozent zurückgehen, sich aber schon nächstes Jahr wieder erholen und mit einem Plus von 8,8 Prozent zu Buche schlagen. Und die Konsumausgaben der privaten Haushalte fallen den Prognosen des Ministeriums zufolge 2020 um 6,9 Prozent zurück, ziehen 2021 mit einem Plus von 4,7 Prozent aber wieder deutlich an.

Altmaier: Schutzschirm und Konjunkturpaket zeigen Wirkung

Wie Altmaier weiter sagte, unterstreicht der einsetzende Aufholprozess neben der Widerstandskraft der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter die Auswirkungen des von der Politik auf den Weg gebrachten Schutzschirmes sowie des Konjunkturpakets - beides mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Billion Euro. Darunter auch Überbrückungshilfen für Unternehmen, welche infolge der Pandemie in den vergangenen Monaten starke Umsatzeinbrüche hinnehmen mussten und jetzt auf Fixkostenzuschüssen hoffen können. Wie Altmaier betonte, liegen derzeit mehr als 50.000 Anträge für Überbrückungshilfen vor. Er rechne damit, dass sich die Zahl noch erhöhen werde. Hinzu kommt, dass sich die Spitzen der Koalition jüngst auf eine Verlängerung der Überbrückungshilfen bis zum Jahresende verständigt haben.

Regelungen zur Kurzarbeit stabilisieren Arbeitsmarkt

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt verwiesen die Minister Altmaier und Heil auf eine langsame Stabilisierung. Die Zahl der Arbeitslosen liege derzeit knapp unter drei Millionen, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Dies sei vor allem auf die Regelungen zur Kurzarbeit zurückzuführen. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit seien im Juni 5, 4 Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen, nach rund sechs Millionen im Mai. Im Jahresschnitt rechne er mit rund 2,5 Millionen. Heil verwies auf die mit dem Koalitionspartner jüngst beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021. Sie solle Beschäftigten und Unternehmen weitere Planungssicherheit geben. Ein entsprechendes Gesetz wolle er Mitte September dem Kabinett vorlegen.

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