Skihelme zum Teil ausverkauft Althaus-Unfall nur eine Ursache für den Skihelm-Boom

Skihelme sind zurzeit gefragt wie nie. "Wir hätten viermal so viele Helme verkaufen können, wie wir produzieren können", sagt Alpina-Marketingleiter Ronald Siller. Der Trend zum Kopfschutz ist allerdings nicht erst seit dem Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) erkennbar.

Die Herstellerfirmen können die große Nachfrage nach Skihelmen kaum bedienen. Foto: ddp

Althaus-Unfall nur eine Ursache für den Skihelm-Boom

"Wenn sie sich auf den Pisten umschauen, können sie in den letzten Jahren einen stetigen Anstieg an Helmen feststellen", betont Uvex-Marketingleiter Markus Winning. So benutzten bereits 55 Prozent der Skifahrer einen Helm, bei den Snowboardern seien es bereits 70 Prozent.

Die besondere Nachfrage nach Skihelmen führen beide Unternehmen auch auf die schneereiche Saison zurück. "Bereits im Dezember konnten wir absehen, dass wir spätestens Ende Januar ausverkauft sein werden", sagte Siller. Der "Althaus-Effekt" habe den Zeitpunkt aber nach vorne verschoben.

"Wir hatten diesen Winter bereits vor dem Althaus-Unfall die acht- bis zehnfache Menge an Bestellungen von Helmen vorliegen, im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem Unfall steigerte sich die Nachfrage nochmals um das Drei- bis Vierfache", sagte Siller. Auch sein Konkurrent Winning bestätigt den Boom. "Wir haben in der ersten Januar Woche 20 Mal mehr verkauft als im Vorjahr. Dementsprechend haben wir unsere Produktion hochgefahren."

Beide Firmen produzieren in Niederbayern, sind also in der Lage, flexibel auf die gestiegene Nachfrage zu reagieren. Anders muss hier der Mitbewerber K2 handeln. "Da wir in China produzieren lassen, können wir nicht auf den Ansturm reagieren. Wir waren aber schon Mitte Dezember ausverkauft", sagt eine Sprecherin des US-Unternehmens, das seinen Deutschland-Sitz in Penzberg hat.

Das Geschäft mit den Helmen funktioniert zu einem Großteil über die sogenannte "Vororder". Die Händler bestellen also bereits gegen Ende der kommenden Saison für die nächste vor. Hierbei spielt vor allem die Sportartikelmesse ISPO, die vom 1. bis zum 4. Februar 2009 in München stattfindet, eine große Rolle: "Wir denken, dass wir nach der ISPO die Vororder für Helme für die nächste Saison zwischen 30 und 50 Prozent erhöhen können", freut sich Siller bereits auf das im März beginnende Geschäft.

Demjan Panczuk/ddp