Demografischer Wandel Alterung im Mittelstand bremst Investitionen

Rund ein Drittel aller Inhaber mittelständischer Unternehmen ist älter als 55 Jahre. Viele von ihnen investieren weniger als notwendig wäre, um die Substanz des Unternehmens zu erhalten.

Karin Birk

Ältere Unternehmer investieren weniger in ihren Betrieb. - © Foto: colourbox.de

Der demografische Wandel hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Mittelstand. Ein Drittel aller Inhaber mittelständischer Unternehmen in Deutschland ist älter als 55 Jahre alt. Und nicht nur das: Gleichzeitig rücken zu wenig Jungunternehmer nach. Unter den Mittelständlern steigt der Anteil der Älteren deshalb stärker als in der Gesamtheit der Bevölkerung. "Der deutsche Mittelstand altert im Zeitraffer", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe mit Blick auf die Ergebnisse einer aktuellen Analyse auf Basis des KfW-Mittelstandspanels.

Nur Baugewerbe mit ausgeglichener Altersstruktur

Insgesamt ist das Durchschnittalter der Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen laut Studie von 2002 bis 2013 von 45 Jahren auf 51 Jahre angestiegen. Im Handwerk und in den freien Berufen hat es 2013 bei 50 Jahren gelegen. Allein im Baugewerbe ist die Altersstruktur mit 29 Prozent Jüngeren unter 45 Jahren und 29 Prozent ab 55 Jahren ausgeglichen.

Ältere Unternehmer investieren weniger

Dies bleibt nicht ohne Folgen: Denn rückt das Rentenalter in die Nähe, lohnen sich viele Investitionen für die älteren Inhaber immer weniger. "Weil ältere Chefs wesentlich seltener investieren, droht vielen kleinen und mittleren Unternehmen durchaus ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Anziehungskraft für neue Kunden", warnt Zeuner. Dies wirke sich auch nachteilig auf die Arbeitsplätze aus. Um die Dynamik im Mittelstand zu erhalten, seien unter anderem mehr Unternehmer und eine frühzeitige Klärung der Nachfolge notwendig. Zu überlegen sei außerdem, den Alteigentümer nach ihrem Rückzug aus den Unternehmen an der Rendite - einer in seiner Spätphase getätigten Investition - zu beteiligen.