Die meisten Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Doch vor allem junge Leute legen kaum noch etwas auf die hohe Kante. Das hat nicht nur Folgen fürs Alter.

Der Blick in den Geldbeutel stimmt viele Deutsche optimistisch wie schon lange nicht. So bewerten 58 Prozent der Deutschen ihre finanzielle Situation als gut oder sehr gut. Das geht aus dem aktuellen Vermögensbarometer 2014 hervor – einer Umfrage über die finanziellen Verhältnisse - dass der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) kürzlich vorgestellt hat. "Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren", betont DSGV-Präsident Georg Fahrenschon.
16 Prozent können sich Vorsorge nicht leisten
Demzufolge bewertet nicht einmal jeder zehnte seine finanziellen Verhältnisse negativ. Gleichzeitig geben 30 Prozent der Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren an, finanziell nicht für die Zukunft vorzusorgen. Das sind acht Prozent mehr als 2013 und ein Anstieg um zehn Prozent gegenüber 2012.
Darüber hinaus geht aus dem Vermögensbarometer hervor, dass 16 Prozent der Befragten sich eine Altersvorsorge nicht leisten können. Auch dieser Wert ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. "Ein finanzielles Polster zur Absicherung werde zwar allgemein als wichtig erkannt, gleichzeitig steigt aber die Zahl der Menschen, die angeben, es finanziell nicht stemmen zu können", so Fahrenschon gegenüber "Spiegel Online".
Junge Generation keine Lust aufs Sparen
Der Umfrage zufolge sorgen vor allem Geringverdiener mit einem Einkommen von unter 1.000 Euro nur selten vor. Weit über die Hälfte in dieser Gruppe spart überhaupt nicht. Das mache ihm große Sorgen, weil es die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland noch verschärfe, so Fahrenschon.
Während unter den Berufstätigen zwischen 30 und 60 Jahren noch mehr als zwei Drittel sehr aktiv vorsorgen, müsste aus Sparkassen-Sicht vor allem die junge Generation mehr auf die hohe Kante legen. Sie habe die Lust am Sparen verloren, so Fahrenschon.
"Dort muss man fast von einer Erosion der Sparkultur sprechen." Dabei sei gerade für die junge Generation Vorsorge besonders wichtig. "Je früher ich mit Sparen anfange, auch auf niedrigem Niveau, desto größer ist der Zins- und Zinseszins-Effekt."
Finanzielle Absicherung nur jeder zweite
Aus dem Vermögensbarometer geht hervor, dass in der Gruppe der 14 bis 29-jährigen nur jeder zweite Befragte (12 Prozent) angegeben hat, keine Maßnahmen zur Absicherung der finanziellen Zukunft ergriffen zu haben.
2013 ist es nur jeder Vierte gewesen. "Die Zahlen signalisieren ein beunruhigend großes Desinteresse der jungen Generation an den Themen Altersvorsorge und langfristiges Sparen", betont Fahrenschon.
Immobilien sind bei den Deutschen sehr beliebt, wenn sie Geld zurücklegen wollen. Jeder zweite hält die selbst genutzt Immobilie für die sicherste Geldanlage, jeder vierte auch die vermietete Eigentumswohnung. Bei Aktien bleiben die Deutschen laut der Umfrage vorsichtig. "Da sitzen die Vorbehalte nach wie vor tief", so Fahrenschon.Die Sparkassen haben für ihr "Vermögensbarometer" von Juni bis Juli 2.000 Bundesbürger ab einem Alter von 14 Jahren befragt. dhz/dpa