Rürup will das Rentenalter weiter heraufsetzen "Altersarmut ist noch kein relevantes gesellschaftliches Problem"

Wegen der Alterung der Gesellschaft fordert der Rentenexperte Bert Rürup von der Bundesregierung eine zügige Reform der Rente mit 67. "Ich bin mir sicher, dass wir in 20 Jahren angesichts der perspektivisch weiter steigenden Lebenserwartung ernsthaft über eine weitere Erhöhung diskutieren werden", schreibt der Wirtschaftsforscher in einem Beitrag für das "Hamburger Abendblatt".

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"Altersarmut ist noch kein relevantes gesellschaftliches Problem"

Hamburg (dapd). Wegen der Alterung der Gesellschaft fordert der Rentenexperte Bert Rürup von der Bundesregierung eine zügige Reform der Rente mit 67. "Ich bin mir sicher, dass wir in 20 Jahren angesichts der perspektivisch weiter steigenden Lebenserwartung ernsthaft über eine weitere Erhöhung diskutieren werden. Vorher sollte aber erst einmal die Rente mit 67 durch eine Reform der Erwerbsminderungsrente und durch neue Regeln eines flexiblen Ausstiegs aus dem Arbeitsleben flankiert werden", schreibt der Wirtschaftsforscher in einem Beitrag für das "Hamburger Abendblatt".

Um schon jetzt einer drohenden Altersarmut vorzubeugen, empfiehlt der Ex-Chef der "Wirtschaftsweisen" eine Öffnung der gesetzlichen Rentenversicherung: "Altersarmut ist in den letzten Jahren gestiegen, aber mit 400.000 Empfängern - dies sind 2,3 Prozent der über 65-Jährigen - noch kein relevantes gesellschaftliches Problem." Ein großer Teil davon habe nie in die Rentenkasse einbezahlt.

Mittelfristig werde dieses Risiko aber steigen, warnt Rürup. Er erwarte daher eine Erweiterung des Versichertenkreises der gesetzlichen Rentenversicherung auf alle Selbstständigen.

dapd