Mit jeder Spekulation an der Börse geht der Anleger eine Wette und damit auch ein Risiko ein. Umso wichtiger ist es, bestimmte Grundsätze zu beachten, wenn man sich entschieden hat, diese Form der Geldanlage zu nutzen. Schon ein paar einfache Regeln können helfen, die Rendite zu optimieren und das Ersparte sicher zu vermehren.

Einer der wichtigsten Grundsätze lautet, langfristig zu denken. Die Börse lässt sich von Privatanlegern meist nicht mit hektischen Spekulationsgeschäften und aufwendigen Anlagestrategien austricksen. Basis für ein Vermögen sind vor allem Konsequenz, Ausdauer, Disziplin und eine langfristige Strategie. Der schnelle Gewinn auf dem Börsenparkett kann sich dagegen genauso rasch wieder in Luft auflösen.
Die größten Verluste haben in den schlechten Börsenphasen der vergangenen Jahre allerdings die Anleger gemacht, die nicht loslassen konnten. In der Hoffnung auf wieder steigende Kurse hielten sie an ihren Papieren fest. Gingen die Kurse aber nicht nach oben, war das gleichbedeutend mit einem Totalverlust.
Hohe Rendite = hohes Risiko
Anleger sollten deshalb lernen, Verluste bei Wertpapieren immer zu begrenzen. Am besten setzen sie sich einen automatischen Verkaufspunkt, die sogenannte Stop-Loss-Marke. Im Idealfall legen sie zudem vorab einen Gewinnpunkt fest, den sie erreichen wollen - und verkaufen, wenn dieser erreicht ist.
Viele Anleger haben für ihre Entscheidungen gern etwas Verlässliches in den Händen - Ranglisten, Übersichten, Ergebnisaufstellungen, "sehr gute" Stiftung-Warentest-Urteile. Allerdings entstanden solche Listen zwangsläufig in der Vergangenheit, sie gelten aber als Ratgeber für die Zukunft. Die Gewinner von gestern sind aber nicht zwangsläufig auch die von morgen.
Grundsätzlich gilt für alle Anleger eine eiserne Regel: je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko. Ratgeber, die etwas anderes behaupten, sind mit Vorsicht zu genießen. Dabei kann es durchaus eine Option sein, einen Teil des Ersparten risikoreicher anzulegen, um die Rendite zu steigern. Allerdings sollten Sparer um das Risiko wissen. Umgekehrt gilt das übrigens nicht. Es gibt durchaus Gauner, die eine magere Rendite mit 100 Prozent Risiko verkaufen wollen. Es lohnt sich deshalb immer, genau hinzuschauen.
Selbst verstehen statt nur beraten lassen
Viele Anleger wählen eine Geldanlage, ohne sie zu verstehen - weil sie zu komplex ist oder der Sparer schlicht keine Lust hat, sich auf das Thema einzulassen. Verkäufer fördern diese Mentalität häufig noch - zum eigenen Vorteil. So wussten viele Anleger nicht, was sie kauften, als sie ihr Geld in Lehman-Zertifikate steckten. Sparer sollten sich deshalb immer nur für Geldanlagen entscheiden, die sie wirklich verstanden haben.
So ist es häufig gut für die Rendite, auf Beratung zu verzichten. Natürlich wirkt es verlockend, wenn Finanzdienstleister anbieten, die eigene finanzielle Situation zu untersuchen und maßgeschneiderte Lösungen für die optimale Anlage anzubieten.
Der beste Berater ist aber meist der gesunde Menschenverstand. Erfolgreiche Anleger kümmern sich selbst um ihr Geld. Dabei können sie sich natürlich Experten und Beratern anvertrauen - geben aber nie die Kontrolle über ihre Finanzen aus den Händen. dapd