Aktien sind besser als ihr Ruf. Auch, wenn die Niedrigzins-Phase im Euro-Raum weiter anhält, können sie ein Garant für den Wohlstand sein. Doch Aktienanleger müssen einiges beachten.

Zwei von drei Bundesbürgern sind mit der Weiterentwicklung ihrer Geldanlagen nicht zufrieden. Mit Sparzinsen von unter 0,2 Prozent und Renditen für zehnjährige Bundesanleihen von 0,5 Prozent hat das Zinsniveau im vergangenen Jahr absolute Tiefstände erreicht. Allerdings sei 2015 kaum mit Besserung zu rechnen. Das teilt der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit.
Alternative Aktienanlagen
Laut Verband können trotz der gegenwärtigen Niedrigzinspolitik langfristig Vermögen aufgebaut werden. Wer das tun möchte, komme an Aktienanlagen trotz des Verlustrisikos kaum vorbei. Auch wer über regelmäßige Kapitalerträge verfügen will, kann mit Aktien gut bedient sein.
Unter den 30 deutschen Aktienunternehmen, die im DAX vertreten sind, schütte laut BdB jede dritte Gesellschaft eine Dividende von mehr als drei Prozent aus. Damit lassen sich mögliche Kursverluste auf längere Sicht zumindest teilweise auffangen.
Geringes Risiko bei Verlusten
Wer beispielsweise zehn Jahre lang Erträge von drei Prozent ausgeschüttet bekommt, anstatt ein halbes Prozent Zinsen bei Anleihen oder Sparprodukten, kann damit etwa 25 Prozent Kursverluste ausgleichen, ohne schlechter dazustehen als der Anleihebesitzer. Abgesehen davon kann es auch bei Anleihen je nach Zinsentwicklung und Bonitätseinschätzung zu Kursverlusten kommen.
Was laut Bdb viele Sparer und Anleger nicht wissen: Das Risiko, mit einem breit gestreuten Aktiendepot langfristig Verluste zu erleiden, ist gering. Auf kurze Sicht sind Verluste dagegen häufiger. Die historische Erfahrung mit deutschen Standardaktien zum Beispiel zeigt: Wer in einen repräsentativen Querschnitt von DAX-Aktien investierte, machte nach einer Haltedauer von 15 Jahren auch im ungünstigsten Fall keinen Verlust, erzielte aber meistens eine jährliche Durchschnittsrendite von wenigstens fünf Prozent, in günstigen Fällen sogar von mehr als zehn Prozent.
Vorteile von Aktien
Bei einer Haltedauer von 25 Jahren lag die durchschnittliche jährliche Rendite meist bei über sieben Prozent, teilweise über zehn Prozent. Dabei sind für die Renditeentwicklung (zusammengesetzt aus Kursentwicklung und Dividendenausschüttungen) jeweils Jahresendwerte des DAX zugrunde gelegt.
Dennoch biete der historische Rückblick laut BdB keine Gewähr für künftige Weiterentwicklungen. Die Vorteile einer langfristigen Aktienanlage liegen für den Verband allerdings klar auf der Hand. Diese sind:
- Attraktive Dividendenausschüttungen.
- Chance auf Kurssteigerungen.
- Beteiligung an realen Unternehmenswerten (Substanzkapital, Schutz vor Inflation).
Allerdings rät der BdB Anlegern zur Vorsicht, da eine Aktienanlage gut überlegt sein müsse. Dazu gehöre zunächst eine breite Streuung. Das Deutsche Aktieninstitut empfiehlt mindestens fünf bis etwa zehn verschiedene Aktien verschiedener Branchen und eine laufende Überwachung des Depots, um die Zusammensetzung der wirtschaftlichen Entwicklung anzupassen.
Hohes Liquiditätspolster bei Aktien
Für kleinere Anlagebeträge bieten sich Aktienfonds an, für regelmäßiges langfristiges Sparen Aktienfonds-Sparpläne oder ETF-Sparpläne. Darüber hinaus ist es wichtig, neben Aktien auch ein ausreichend hohes Liquiditätspolster zu haben, um finanziell unabhängig zu bleiben, also nur Geld in Aktien anzulegen, das langfristig zur Verfügung steht und langfristig investiert werden kann. Nur so lassen sich schlechte Börsenzeiten "aussitzen". cle