Halbzeit in Marokko: Mercedes-Transporter vorn Handwerksteam bei Frauenrallye Aïcha des Gazelles auf Platz drei

Viola Hermann und Vanessa Wagner fahren im Mercedes-Benz Vito ein beherztes Rennen in der Wüste von Marokko. Nach der vierten Etappe bei der Rallye Aïcha des Gazelles liegt das Handwerksteam in der Kategorie Crossover auf dem dritten Platz. Vor ihnen liegen noch zwei weitere Transporter von Mercedes-Benz.

Ulrich Steudel

Der Mercedes-Benz Vito mit Startnummer 318 ist während der Rallye Aïcha des Gazelles die Heimstatt der Handwerksmeisterinnen Viola Hermann und Vanessa Wagner. - © Foto: Maienga

Zum Auftakt der ersten Marathon-Etappe, die ohne Zwischenbiwak über zwei Tage lief, hatten die Goldschmiede- und die Installateurmeisterin sogar die Chance auf eine noch bessere Platzierung. Während alle anderen Teams eine große, unbefahrbare Sanddüne westlich umfuhren, entschieden sich die Viola Hermann und Vanessa Wagner für die östliche Seite.

Einziges Team auf richtiger Fährte

Dort befanden sich gleich drei Checkpoints, die alle anderen Teams verfehlt hatten. Aber auch die Handwerksmeisterinnen fanden die drei wichtigen Kontrollpunkte nicht, obwohl sie ganz nahe daran vorbeifuhren.

Insgesamt dürfen Viola Hermann und Vanessa Wagner bei ihrer Rallye-Premiere sehr zufrieden sein, zumal sie gleich bei der ersten Etappe noch einige Schwierigkeiten mit der Orientierung hatten und gleich zwei Checkpoints aufgrund der hereinbrechenden Dunkelheit auslassen mussten. Außerdem waren auf dem Tacho viele zusätzliche Kilometer aufgelaufen.

Rallye Aicha des Gazelles 2015

Schnee im Atlas-Gebirge

Schon die Anfahrt über das Atlas-Gebirge zum Startpunkt der Rallye nahe der Wüstenstadt Erfoud hatte sich in diesem Jahr außerordentlich schwierig gestaltet. Über Nacht waren bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, was besonders für das Mercedes-Service-Fahrzeug mit seinen Sommerreifen zum Problem wurde. So musste eines der Rallye-Fahrzeuge den Sprinter mit den Mechanikern übers Gebirge schleppen.

Der Prolog zum Auftakt der Rallye, dessen Ergebnis noch nicht in die Wertung einfließt, wird von den Teams vor allem dazu genutzt, sich mit den Bedingungen vor Ort vertraut zu machen. Auch die Fahrzeuge können dabei noch einmal ausgiebig getestet werden. Mit dem Vito hatten die beiden Handwerksmeisterinnen keinerlei Probleme.

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    Navigatorin Vanessa Wagner berechnet die Richtung zum nächsten Checkpoint.
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    Fahrerin Viola Hermann beim Interview.
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    Der Mercedes-Benz Vito mit Startnummer 318 ist während der Rallye Aïcha des Gazelles die Heimstatt der Handwerksmeisterinnen Viola Hermann und Vanessa Wagner.
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    Rechnen sich noch Siegchancen aus: Das zweitplatzierte Daimler-Team mit Andrea Spielvogel am Steuer und Julia Salomon als Beifahrerin.
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    Vor dem Start im heißen Wütensand mussten die Rallyefahrzeuge aber erst einmal über das Atlas-Gebirge kommen. Am Zad-Pass zwischen Azrou und Midelt waren bei einem Wintereinbruch bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen.
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    Beim Auftakt zum Proglog strahlte aber schon wieder die Sonne.
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    Gearbeitet wird nachts, wenn die Teams ihre Nachtruhe genießen.
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    Der Service-Wagen von Mercedes-Benz. Die Mechaniker sorgen dafür, dass die vier Transporter im Rennen keine technischen Probleme bekommen.
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    Die Sonne steht noch tief, wenn die Teams zur nächsten Etappe starten.
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    Chrissie Beavis, die für die Navigation zuständig ist, nimmt bereits zum zweiten Mal an der Aïcha des Gazelles teil. Für Fahrerin Alyssa Roenigk ist es die erste Teilnahme.
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    Für Navigatorin Julia Salomon ist es nicht die erste Rallye. Sie hat bereits Erfahrung bei der Aïcha des Gazelles gesammelt.
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    Endlos scheint die Sahara: 2.500 Kilometer fahren die Teams bei der Rallye Aïcha des Gazelles durch die marokkanische Wüste.
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    Spuren von Zivilisation mitten in der Wüste.
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    Der Mercedes-Benz Sprinter mit Startnummer 317 mit einer Besatzung aus den USA fährt auf Siegkurs.
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    Immer wieder muss sich das Handwerksteam auf die verschiedenen Untergrund-Bedingungen anpassen, um das Fahrzeug möglichst zu schonen.
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    Transporterdach als Aussichtslattform: Vanessa Wagner (li.) und Viola Hermann suchen nach einem Orientierungspunkt bei der Rallye 2015.

Auf der zweiten Etappe sind Viola Hermann und Vanessa Wagner, die im Vito mit Startnummer 318 fahren, schon wesentlich besser zurechtgekommen. Obwohl sie wieder einen Checkpoint verfehlten, sind sie sonst nahe der Ideallinie gefahren und haben viel Boden gutgemacht und sich bis auf Platz drei vorgearbeitet, den sie auch auf der ersten Marathon-Etappe verteidigen konnten.

Mercedes-Transporter liegen in Führung

Für Daimler verläuft die diesjährige Rallye bisher überaus erfolgreich, belegen doch die Transporter von Mercedes-Benz doch in der Kategorie Crossover die Plätze eins bis drei. In Führung liegen die beiden US-Amerikanerinnen Alyssa Roenigk und Chrissie Beaves in einem Sprinter, gefolgt von Andrea Spielvogel und Julia Salomon, die wie das drittplatzierte Handwerksteam in einem Vito fahren.

Entschieden ist aber noch nichts, denn die größte Herausforderung der diesjährigen Rallye steht noch bevor. Erstmals haben die Organisatoren in diesem Jahr die beiden Marathon-Etappen unmittelbar nacheinander angesetzt. Das bedeutet innerhalb von vier Tagen nur eine Übernachtung im Biwak. Eine Vorentscheidung wird wohl auf Etappe fünf fallen.