Wirtschaftswachstum AG Mittelstand: Schlechte Noten für die Politik

Deutschland benötigt einen "Befreiungsschlag" bei der Bürokratie, sagt die AG Mittelstand. Auch andere Eckpunkte der aktuellen wirtschaftlichen Lage werden schlecht bewertet.

Industriehalle
Die AG Mittelstand stellt der Politik ein mangelhaftes Zeugnis aus. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird schlecht bewertet. - © Kostiantyn - stock.adobe.com

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand bewertet die aktuelle wirtschaftliche Lage mit schlechten Noten und fordert ein deutliches Umsteuern der Politik. "Ausgehend von einer Skala von -3 oder sehr schlecht bis + 3 oder sehr gut bewertet die Arbeitsgemeinschaft die aktuelle Lage im Mittelstand mit einem Wert von -2", heißt es in einer Mitteilung zum vorgelegten Mittelstandsmonitor. Nötig seien deshalb wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Dies gelte besonders für den Bürokratieabbau, die Gewinnung von Fachkräften, die Versorgung mit günstiger Energie, für niedrigere Steuern und eine bessere Infrastruktur.

Größtes Ärgernis noch immer die Bürokratie

Die schlechteste Note mit -3 gab es für das "regulatorische Umfeld". Bei der Bürokratie benötige der Mittelstand einen Befreiungsschlag, fordert deshalb die Arbeitsgemeinschaft (AG), zu der auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks gehört. Hier lieferten die aktuellen politischen Initiativen erste Vorschläge, es müsse aber noch deutlich mehr passieren. Dies gelte auch für den Bereich der Mittelstandsfinanzierung.

Offensive für duale Ausbildung gefordert

Als weitere Wachstumsbremse macht die AG fehlende Fachkräfte und eine ausreichende und günstige Energieversorgung aus. Es brauche eine "echte Offensive zur Stärkung der dualen Ausbildung", fordert sie. Angesichts der Energiepreise spricht sich die AG vor allem für eine Ausweitung der Stromproduktion zur Stabilisierung der Beschaffungskosten aus. Nötig sei "deutlich mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien", heißt es.

Steuern müssen runter

Zu hoch ist nach Einschätzung der Experten auch die steuerliche Belastung für mittelständische Unternehmen. "Die Steuerlast sollte auf das international wettbewerbsfähige Niveau von 25 Prozent auf Ebene der Gesellschaft gesenkt werden", heißt es. Zu Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sollten zudem die Eckwerte des Einkommensteuertarifs regelmäßig an die Inflationsentwicklung angepasst und die Abschreibungen für KMU erleichtert werden. Daneben müsse das Wachstumschancengesetz umgesetzt werden. Mit Blick auf die Infrastruktur erwartet die AG vor allem eine zeitnahe Wiederherstellung, Instandsetzung und Modernisierung maroder Bestandsinfrastrukturen.