Deutschen Ärzten soll die Hilfe zur Selbsttötung für Sterbenskranke weiter streng verboten bleiben. Ein entsprechender Beschluss sei beim Ärztetag diese Woche in Kiel zu erwarten, sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag. Spekulationen über einen Kurswechsel in dieser Frage und eine Lockerung des Berufsrechts seien falsch.
Ärzteschaft will Hilfe zur Selbsttötung eindeutig ausschließen
Berlin (dapd). Deutschen Ärzten soll die Hilfe zur Selbsttötung für Sterbenskranke weiter streng verboten bleiben. Ein entsprechender Beschluss sei beim Ärztetag diese Woche in Kiel zu erwarten, sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag. Spekulationen über einen Kurswechsel in dieser Frage und eine Lockerung des Berufsrechts seien falsch.
"Es gibt keine Korrektur, das ist durch einzelne Äußerungen in der Öffentlichkeit etwas falsch angekommen", sagte Montgomery, der als Nachfolger von Jörg-Dietrich Hoppe als neuer Ärztepräsident kandidiert. "Die Ärzte sind gegen den ärztlich assistierten Suizid." Zwar sei die Formulierung in den so genannten ärztlichen Grundsätzen jüngst etwas geändert worden. Doch sei dies fälschlicherweise als Liberalisierung verstanden worden. "Es war überhaupt nicht intendiert, das aufzuweichen", sagte Montgomery. Die Spitze der Bundesärztekammer werde dem Ärztetag einen Beschluss vorschlagen, dass Tötung auf Verlangen und Hilfe zur Selbsttötung verboten seien. "Das ist klar und lässt keinen Spielraum mehr für Interpretationen zu", sagte Montgomery.
Neben den ethisch hoch brisanten Themen Sterbehilfe und Präimplantationsdiagnostik (PID) steht die Wahl eines neuen Präsidenten für die rund 430.000 deutsche Ärzte im Zentrum des viertägigen Deutschen Ärztetags, der am Dienstag in Kiel beginnt. Der 58-jährige Montgomery (geboren 31.5.1952) ist seit 2007 Vizepräsident der Bundesärztekammer und will nun an die Spitze der Ärzteschaft aufrücken, da Hoppe nicht mehr kandidiert. Bekannt wurde Montgomery als Chef des Klinikärzteverbands Marburger Bund. In der Ärzteschaft ist er aber nicht unumstritten und hat in Kiel mehrere Gegenkandidaten.
Montgomery betonte erneut, dass er sich für bessere Verdienstmöglichkeiten der Mediziner einsetzen will. Die jüngste Honorarreform habe zwar etwas mehr Geld gebracht, Einkommensverluste der letzten Jahre aber nicht wettgemacht. "Die Dankbarkeit der Ärztinnen und Ärzte hält sich also deshalb in Grenzen", sagte Montgomery. Die vielen unbesetzten Arztstellen belegten, dass es mit der Attraktivität des Berufs nicht weit her sei. "Und das einzige, was die Krankenkassen zur Diskussion beisteuern, ist das ewige Geschrei von zu hohen Arzteinkommen", meinte Montgomery. "Eine gute Versorgung ihrer Versicherten zu finanzieren, sehen sie wohl nicht in ihrer Verantwortung."
dapd
