Der ADAC stellt seine Zusammenarbeit mit privaten Partnerwerkstätten auf ein neues Vertragswerk um. Doch dieses erntet massive Kritik und verunsichert nach Aussagen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe die Betriebe. Klärende Gespräche werden bereits geführt.

Das Netz an Abschleppfirmen und Werkstätten, mit denen der ADAC zusammenarbeiten, ist riesig. Rund 700 sogenannte SDI-Partner gehören dazu. Das sind private Kfz-Betriebe, die mit dem Automobilclub einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben. Genau dieses Vertragswerk steht derzeit zur Debatte. Es soll künftig unter veränderten Bedingungen gelten.
ADAC-Partnerbetriebe: Was soll sich künftig ändern?
Einem Online-Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge setzen die geplanten Neuregelungen die Partnerbetriebe jedoch massiv unter Druck, denn sie sollen künftig eine sehr knapp bemessene Pauschale pro Einsatz bekommen und trotzdem weiterhin im selben Maße in Bereitschaft erreichbar sein und dann ausrücken, wenn in ihrem Einsatzgebiet ein Autofahrer Hilfe braucht.
So schreibt die Zeitung, dass die Partnerbetriebe an sieben Wochentagen rund um die Uhr einsatzbereit sein sollen, im Gegenzug aber keinen exklusiven Anspruch mehr auf Aufträge in ihrem Zuständigkeitsgebiet haben. Pro Einsatz bekommen sie eine Pauschale zwischen 63 und knapp 89 Euro. Bereitschaftszeit werde nicht bezahlt. Zudem steigen die Ausgaben für IT und Versicherungen bei den Partnerbetrieben.
Obwohl das neue Vertragswerk eigentlich das Ziel von mehr Transparenz hat, wird den Betrieben damit angeblich vorgeschrieben, dass sie öffentlich keine Kritik äußern dürfen. Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Strafe von bis zu 5.000 Euro.
ZDK: Neues Vertragswerk verunsichert
Aufgrund dieser Pläne sind viele Betriebe skeptisch wie es weitergeht. So sind aufgrund des neuen Vertragswerks beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zahlreiche Hinweise aus den Reihen der ADAC-Partner eingegangen, die von großer Unsicherheit geprägt sind. „Dies liegt offensichtlich zum einen an der Komplexität des Vertragswerks, zum anderen aber auch an dem Anforderungskatalog für die Betriebe, der zum Teil schwer umsetzbar zu sein scheint und offensichtlich nicht unerhebliche wirtschaftliche Unwägbarkeiten in sich birgt“, sagt Ulrich Köster, Sprecher des ZDK.
Der Verband weist aber auch darauf hin, dass derzeit auf verschiedenen Ebenen sehr konstruktive Gespräche mit dem ADAC stattfinden. Diese hätten das Ziel, eine größere Transparenz und verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. „Gleichwohl muss jeder Partnerbetrieb am Ende für sich entscheiden, ob eine Weiterführung der Zusammenarbeit mit dem ADAC auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn macht oder nicht“, gibt Köster zu bedenken.
Der ADAC selbst sieht im neuen Vertragswerk vor allem ein Schaffen einheitlicher Standards und Regeln für die Betriebe. Einige von ihnen hätten neuer und andere ältere Verträge mit jeweils anderen Grundlagen. Auch den Vorwurf, dass der ADAC die Betriebe „ausbeute“ will dieser nicht auf sich sitzen lassen. Dem Online-Bericht zufolge entstehen dem Automobilclub durch die neuen Verträge hohe Kosten auf eigener Seite. Von einer Million Euro mehr pro Jahr spricht der ADAC selbst und weist darauf hin, dass die SDI-Partner durch die Einsätze für den ADAC viele Folgeaufträge und damit auch Einnahmen generieren würden. jtw