Nach dem Skandal um die Vergabe des Autopreises "Gelber Engel" versucht der ADAC Vertrauen zurückzugewinnen. Seine jüngste Ankündigung, auf ein eigenes Werkstattnetz zu verzichten, sorgt im Kfz-Gewerbe für Erleichterung.
Ulrich Steudel
"Der ADAC handelt richtig und stärkt somit seine Glaubwürdigkeit als Interessenvertreter der deutschen Autofahrer", reagierte der Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern Klaus Dieter Breitschwert. Auch der Bundesverband ZDK hat die Einstellung des umstrittenen Werkstattprojekts ausdrücklich begrüßt.
"Wir freuen uns sehr, dass unsere immer wieder geübte Kritik am Vorhaben des ADAC jetzt endlich Gehör gefunden hat", so ein ZDK-Sprecher. Der Club habe erkannt, dass er seine Glaubwürdigkeit als neutraler Sachwalter von Autofahrerinteressen zunehmend aufs Spiel setze, wenn er einerseits Werkstatttests durchführe und sich andererseits selbst auf dem Werkstattmarkt wirtschaftlich betätige.
Wie der ADAC mitteilte, wolle er sich künftig auf das "fundierte und objektive Testen von Werkstätten und werkstattnahen Dienstleistungen" konzentrieren. Ab Oktober würden keine neuen Werkstätten mit dem Logo "ADAC Werkstatt" mehr an den Markt gehen. Somit bleibt es bei den neun ADAC-Werkstätten, die bereits bestehen.
ZDK bleibt wachsam
Der ZDK werde die Werkstatttests des ADAC, die es schon seit 1970 gibt, weiterhin aufmerksam verfolgen und auf Objektivität, Sachkunde und Fairness bei der Durchführung wie auch bei der anschließenden Kommentierung der Ergebnisse achten.
Vor dem Hintergrund der ADAC-Entscheidung fordert der ZDK auch andere Dienstleister rund um die Automobilwirtschaft auf, ihre Aktivitäten auf dem Werkstattmarkt zu überdenken. Im Auge habe man dabei insbesondere einen großen Kraftfahrversicherer, der plane, seine Kunden mit Rabattversprechen in Partnerwerkstätten zu lotsen.
