Auf den Spuren eines immer noch aktuellen Freiheitshelden Ach Himmel, es ist verspielt!

Das Andreas Hofer-Jahr neigt sich dem Ende zu und man fragt, was bleibt. Um den Weg Hofers zu folgen und den Versuch zu wagen ihn und seine Motive zu verstehen, muss man auf den Spuren dieses Freiheitshelden gehen.

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    Der Sandwirt in St. Leonhard im Passeiertal ist das Geburtshaus von Andreas Hofer. Foto: Choinowski
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    Am Bergisel über Innsbruck steht ein Denkmal von Andreas Hofer. Foto: Reisberger
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    Beim großen Landesfestumzug mit rund 25.000 TeilnehmerInnen im September verwandelte sich die Innsbrucker Innenstadt in eine festliche Bühne. Foto: Reisberger

Ach Himmel, es ist verspielt!

Innsbruck als Landeshauptstadt Tirols hatte im Gedenken an Andreas Hofer den Hauptteil der Feierlichkeiten zum 200. Todesjahr zu übernehmen und nachdem die Spuren des Festjahres fast verweht sind, können wir uns ganz individuell auf den Pfaden der Erinnerung bewegen. In Innsbruck ist der Bergisel das Zentrum der Erinnerung. Das gigantischen Rundgemälde auf ca. 1000 qm Leinwand wurde von dem Münchener Maler Zeno Diemer geschaffen und zeigt die Bergisel-Schlacht vom 13. August 1809. Der Neubau des Museums, das dieses spektakuläre Bild zeigen soll, ist leider erst bis Herbst 2010 fertig gestellt.

Doch wenigstens das Andreas Hofer Denkmal steht auf diesem bekannten Berg mit der neuen und weltbekannten Sprungschanze.

Was wollte Andreas Hofer erreichen? Er war ohne sein Zutun zwischen die Fronten und Intrigen des Österreichischen und Napoleonischen Hofes geraten und ist letztendlich verraten worden. Doch man muss die Dinge auch noch von einer anderen Seite her sehen. Hofer verbot nach dem ersten Sieg auf dem Bergisel alle "Bälle und Feste" und befahl per Erlass, dass "Frauenzimmer" nicht mehr "ihre Brust und Armfleisch zu wenig und mit durchsichtigen Hadern bedecken" durften. Somit richtete sich die Aufstandsbewegung nicht nur gegen Besatzung und Fremdherrschaft, sondern trägt auch deutliche Züge eines antimodernen Kampfes gegen die Ziele der Aufklärung.

So könnte nach Innsbruck der Sandwirt in St. Leonhard im Passeiertal das nächste Ziel der Reise sein. Nach einer Fahrt über den Brenner zweigt man in Sterzing, dem Ort an dem der Freiheitskampf begann, über den Jaufenpass ins Passeiertal ab, um nach St. Leonhard zu kommen. Dort steht Hofers Geburtshaus, der ehemalige Sandwirt. Man hat den Sandhof zu einem ausgezeichneten Museum in modernem museumspädagogischen Stil umgebaut und nach dem Besuch der Ausstellung könnte man dann im angeschlossenen Gasthof eine Marende mit den bekannten Tiroler Spezialitäten genießen. Nach dem Essen kann man dann auf dem Andreas Hofer Rundweg die Schönheiten des Passeiertals bewundern und auf der Weiterfahrt durch dieses Tal erreicht man Schloss Trauttmansdorff, den fantastischen Botanischen Garten Merans. Im Touriseum, einem Teil des Schlosses, ist unter dem Motto "der Mann mit dem Bart" eine kleine Ausstellung über den Tiroler Freiheitshelden zu besichtigen. Zur Rückfahrt stehen dann zwei Wege offen. Von Meran über Bozen auf den Brenner und zurück nach Innsbruck, oder durchs Passeiertal und den Jaufenpass über Sterzing zurück auf die Brennerautobahn.

dhz