Die weltweite Pkw-Nachfrage hat nach Branchenangaben im August weiter zugenommen. Auf vielen Auslandsmärkten wird der Absatz durch staatliche Anreize, meist in Form von Abwrackprämien und Steuererleichterungen beim Neuwagenkauf positiv beeinflusst.
Abwräckprämien steigern Pkw-Nachfrage
In China und Indien habe zudem eine sich erholende Gesamtwirtschaft zu einer deutlichen Nachfragebelebung des Pkw-Geschäfts geführt, wodurch im August erneut Wachstumsraten von 81 beziehungsweise 22 Prozent erzielt worden seien, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. In den USA habe das Abwrackprogramm erstmals seit Oktober 2007 zu einer leichten Absatzsteigerung von einem Prozent geführt. Dagegen sei der Absatz im Russland um 51 Prozent zurückgegangen.
Wie der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) mitteilte, erhöhte sich die Zahl der in Europa verkauften Neuwagen im August um 3,0 Prozent auf 829.083 Fahrzeuge. Dies war der dritte Anstieg in Folge. In den ersten acht Monaten des Jahres lagen die Autoverkäufe allerdings noch immer um 8,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der kräftigste Zuwachs sei im August in Deutschland mit einer Zunahme um 28,4 Prozent registriert worden.
Laut ACEA konnten allerdings nicht alle deutschen Autohersteller von den in Europa gestiegenen Pkw-Verkäufen profitieren. Während Volkswagen im August europaweit gut 4,1 Prozent mehr Fahrzeuge der Marken Golf, Audi, Skoda und Co. verkauft habe, seien die Verkäufe bei BMW um 5,4 Prozent und bei Daimler sogar um 25,5 Prozent zurückgegangen.
Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn hatte am Rande der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main gesagt, weltweit habe der Wolfsburger Konzern im August 9,5 Prozent mehr Wagen als im Vorjahreszeitraum verkauft. Im bisherigen Jahresverlauf schlug sich VW damit besser als die Wettbewerber. Während die weltweite Nachfrage um 14 Prozent schrumpfte, verlor VW lediglich 2,1 Prozent. Europas größter Autobauer war zuletzt optimistisch, den Rückgang der Verkaufszahlen im laufenden Jahr auf fünf Prozent begrenzen zu können. 2008 hatte der hinter Toyota und General Motors drittgrößte Autobauer der Welt knapp 6,3 Millionen Wagen verkauft.
Bei BMW ist das Management optimistisch, 2009 trotz der schweren Branchenkrise die Gewinnzone zu erreichen. Bei einem Absatzminus von 10 bis 15 Prozent stünden die Chancen gut, im laufenden Geschäftsjahr schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Friedrich Eichiner, Finanzvorstand des Münchener DAX-Konzerns. In den Monaten Januar bis August hatte das Minus noch bei 18 Prozent gelegen, wobei sich die Talfahrt zuletzt abgeschwächt hatte.
Der Sportwagenhersteller Porsche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 infolge der weltweiten Wirtschaftskrise deutliche Einbrüche bei Umsatz und Pkw-Verkäufen erlitten. Wie das Unternehmen am Dienstag auf der IAA in einem ersten Überblick mitteilte, sanken die Erlöse binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der Absatz sei um knapp ein Viertel auf 75.200 Fahrzeuge eingebrochen.
Michael Wojtek/ddp