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Steuerliche Nutzungsdauer Notebook, Tablet, Smartphone & Co.: Das gilt bei der Abschreibung

Liegt der Kaufpreis für ein Telekommunikationsgerät über 800 Euro netto, greifen die Regeln zur Abschreibung. Die Nutzungsdauer für ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone beträgt drei Jahre.

Der Bundesfinanzhof bestätigte die seit Jahren geltende Rechtsprechung, wonach die Nutzungsdauer für ein Notebook drei Jahre beträgt (BFH, Urteil v. 5.7.2012, Az. VI R 99/10).

Im Erstjahr gilt eine streng zeitanteilige Ermittlung der Abschreibung.

Beispiel: Sie erwerben ein Notebook für 1.200 Euro am 1. Dezember 2018. Die Abschreibung des Notebooks beträgt auf drei Jahre verteilt 400 Euro im Jahr. Im Jahr 2018 wird die Abschreibung jedoch nur in Höhe von 34 Euro (1/12 von 400 Euro) als Betriebsausgaben abgezogen.

In 2019 und 2020 sind jeweils 400 Euro abziehbar. Im Jahr 2021 beträgt die restliche Abschreibung dann 366 Euro (400 Euro abzgl. 34 Euro aus dem Erstjahr).

Praxis-Tipp: Bei einem Kaufpreis von netto bis zu 800 Euro kommt der Sofortabzug für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) in Betracht. Die Abschreibung eines Telekommunikationsgeräts über die Nutzungsdauer von drei Jahren ist dann nicht notwendig.

Beispiel für Unternehmer: Sie sind Unternehmer und kaufen im Juli 2018 für Ihren Betrieb ein Smartphone für 940,10 Euro (Netto 790 Euro + 150,10 Euro Umsatzsteuer). Da der Kaufpreis netto nicht mehr als 800 Euro beträgt, dürfen Sie die 790 Euro im Jahr 2018 in voller Höhe vom Gewinn abziehen. Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, bekommen Sie noch die 150,10 Euro Vorsteuer vom Finanzamt erstattet.

Beispiel für Arbeitnehmer: Sie sind Arbeitnehmer und kaufen im Juli 2018 für berufliche Zwecke ein Smartphone für 940,10 Euro (Netto 790 Euro + 150,10 Euro Umsatzsteuer). Da der Kaufpreis netto nicht mehr als 800 Euro beträgt, dürfen Sie die 940,10 Euro (also den Bruttopreis) im Jahr 2018 in voller Höhe als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit abziehen.

So funktioniert die Sammelpostenmethode

Alternative für Unternehmer: Brauchen Sie im Jahr 2018 keine hohen Betriebsausgaben mehr, gibt es noch eine dritte Möglichkeit, das Notebook oder Tablet gewinnmindernd abzuschreiben. Die Rede ist von der Sammelpostenmethode. Hier erlaubt das Finanzamt für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis maximal 1.000 Euro netto eine Abschreibung auf fünf Jahre. Bei der Sammelpostenmethode gilt die zeitanteilige Abschreibung im Erstjahr nicht. Der Kaufpreis wird stets gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt.

Wermutstropfen: Entscheidet sich ein Unternehmer für die Anwendung des Sammelpostenmethode, scheidet der Sofortabzug für Gegenstände mit einem Nettokaufpreis bis 800 Euro aus. Es kann in einem Jahr immer nur entweder die eine oder die andere Abschreibungsmethode gewählt werden. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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