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Abgasnorm Euro 6c Partikelfilter für Benziner: Welche Pflichten Autofahrer haben

Nicht nur Diesel-Fahrzeuge schleudern Mengen an Rußpartikeln in die Umwelt. Auch Ottomotoren mit Direkteinspritzung sind nicht gerade abgasarm und bekommen deshalb neue Grenzwerte. Um diese einzuhalten führt kaum ein Weg an Partikelfiltern auch für Benziner vorbei. Was geplant ist und ab September 2017 bereits gilt.

Es sind Vorgaben der EU die nun dafür sorgen, dass auch Benzinmotoren mit Partikelfiltern ausgestattet werden. Denn diese bzw. speziell die mit Direkteinspritzung sollen sauberer werden. Viele dieser Motoren Dieselfahrzeugen beim Abgasausstoß in kaum etwas nach.

Partikelfilter für Benziner: Was ist geplant?

Im September 2017 tritt die neue Abgasnorm Euro 6c für alle neu typgeprüften Fahrzeuge in Kraft. Sie erlaubt Ottomotoren mit Direkteinspritzung nur noch ein Zehntel des derzeitigen Rußpartikelausstoßes. 2018 gilt sie für alle ab diesem Zeitpunkt neu zugelassenen Autos.

Um die Norm zu erfüllen, kommen die Autohersteller wohl kaum nicht um den serienmäßigen Einbau von Partikelfilter herum. Doch Nachrüstungen wird es voraussichtlich nicht geben bzw. werden diese nicht nötig sein. "Autos mit Ottomotoren im Bestand müssen die Norm auch nachträglich nicht erfüllen, so zumindest der aktuelle Stand", erklärt Christian Buric von der Pressestelle des ADAC.

Die neuen Grenzwerte ab September 2017 würden nur für Modelle gelten, für die der Hersteller also erstmalig eine Betriebserlaubnis beantragt. Für Autos, die die strengere Norm noch nicht erfüllen, sei weiterhin eine Erstzulassung auf einen Halter bis September 2018 möglich. "Die aktuellen Diskussionen um Einfahrverbote in einige Städte Deutschlands betrifft Benziner mit der aktuellen Schadstoffnorm nicht", sagt Buric.

Warum ist eine Partikelfilterpflicht nötig?

Autos mit Ottomotor gelten als leiser und sauberer als Diesel. Doch auch sie produzieren Rußpartikel. Besonders die neue Generation mit Direkteinspritzung. Sie verbrauchen bei kleineren Hubräumen und gleicher Leistung weniger Kraftstoff und stoßen weniger Kohlendioxid (CO2) aus. Gleichzeitig steigt der Anteil an verbrannten Teilchen im Abgas. Denn bei diesen Motoren spritzt der Kraftstoff direkt in den Brennraum, kann sich folglich auch erst dort mit Luft vermischen.

Einige Tröpfchen verbrennen unter Umständen nicht. Sie flüchten als kleinste Rußpartikel wie den krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in den Auspuff. Deshalb wurden gesetzliche Grenzwerte für Partikelemissionen in den vergangenen Emissionsgesetzgebungen (Euro 6) für Pkw eingeführt. Um die Grenzwerte zu erreichen, werden Partikelfilter künftig in den meisten Neufahrzeugen eingebaut werden – da ist sich die Fahrzeugforschung jetzt schon sicher.

Sie erlaubt Ottomotoren mit Direkteinspritzung nur noch ein Zehntel des derzeitigen Rußpartikelausstoßes. 2018 gilt sie für alle ab diesem Zeitpunkt neu zugelassenen Autos. "Künftig gilt für Benziner der gleiche Grenzwert wie bei Dieselmotoren", erklärt Christian Buric das Ergebnis der Neuregelungen. Der ADAC habe sich seit je her gegen die Ausnahmen für Benziner eingesetzt, die bisher noch gelten.

Doch was genau bedeuten die Neuregelungen für Autofahrer?

Für Bestandsfahrzeuge haben die neuen Grenzwerte keine Folgen, für sie gelten weiterhin Grenzwerte zum Zeitpunkt ihrer Betriebszulassung. "Autokäufer betrifft es auch noch nicht direkt, weil sie ein Neufahrzeug bis Ende August 2018 zulassen können, auch wenn es die strengeren Grenzwerte nicht erfüllt", sagt der ADAC-Sprecher. Erst danach sei eine Erstzulassung (betrifft nicht Wiederzulassungen oder Umschreibungen) nicht mehr möglich.

Welche Autohersteller rüsten bereits nach?

Mercedes und Volkswagen haben schon angekündigt, einige ihrer Benziner mit Filtern auszustatten. BMW prüft nach eigenen Angaben, ob und wenn ja, in welchen Modellen Partikelfilter für Benziner eingesetzt werden sollen.

Von 2017 an sollen bei VW schrittweise alle direkteinspritzenden TSI- und TFSI-Motoren der Konzernflotte mit Ottopartikelfiltern ausgestattet werden. Mercedes startet mit einer neuen Motorengeneration in der S-Klasse. Die Funktionsweise entspricht der beim Diesel eingesetzten Technik. Der Abgasstrom wird in ein Partikelfiltersystem geleitet. dpa/jtw

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