Abgas-Skandal Volkswagen: Kraftfahrt-Bundesamt ordnet Rückruf an

Volkswagen muss 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge zurückrufen. Das hat das Kraftfahrt-Bundesamt angeordnet. 2016 soll der Rückruf beginnen, der von der Behörde überwacht wird.

Abgas-Skandal be Volkswagen: Aus Sicht des Kraftfahrt-Bundesamtes ist die Software der betroffenen VW-Diesel-Fahrzeuge illegal. Der Rückruf soll 2016 starten. - © Foto: Patrick Pleul/dpa

Das Kraftfahrtbundesamt ordnet wegen des Abgas-Skandals bei Volkswagen einen verpflichtenden Rückruf aller Diesel-Fahrzeuge mit der manipulierten Software an. Eine von VW vorgeschlagene freiwillige Reparatur hat der Behörde nicht genügt. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

2,4 Millionen VW-Dieselfahrzeuge sind laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) davon betroffen. Ursprünglich war von 2,8 Millionen Fahrzeugen hierzulande die Rede gewesen – diese Zahl ergab sich aus den ursprünglichen Zulassungen. Allerdings seien inzwischen rund 400.000 Wagen nicht mehr in Deutschland unterwegs.

Grund: Software in VW-Diesel-Fahrzeugen "ist illegal"

Das Kraftfahrt-Bundesamt hält die Software in den betroffenen Diesel-Fahrzeugen des VW-Konzerns für illegal. Die Behörde vertrete die Auffassung, dass es sich um eine "unzulässige Abschalteinrichtung handelt", sagte Dobrindt. Deshalb habe das Kraftfahrt-Bundesamt VW eine Rückrufs-Aufforderung zukommen lassen. Die b etroffenen Fahrzeuge seien allerdings verkehrssicher und fahrtauglich, betonte der Bundesverkehrsminister.

Volkswagen hatte mit einer Software die Abgaswerte bei Dieselwagen geschönt. Der Konzern hatte wegen der Affäre um die Manipulation einen umfangreichen Maßnahmenplan zur Bewältigung des Skandals an das Bundesamt geschickt. Details zum Rückruf wurden vorerst nicht genannt.

Rückruf wird vom Kraftfahrt-Bundesamt überwacht

Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller hatte zunächst einen Rückruf ab Januar in Aussicht gestellt, der bis zum Jahresende 2016 dauern könnte. Zuvor wollte der Wolfsburger Autobauer "intensive Qualitätstests" vornehmen.

Die Abstimmung über die Vorschläge sollte im laufenden vierten Quartal mit dem Kraftfahrt-Bundesamt geschehen. Ekhard Zinke, Präsident des Kraftfahrt-Bundesamtes, hatte Vorwürfe, seine Behörde sei in Teilen mitverantwortlich für den Abgas-Skandal, zurückgewiesen. Das Kraftfahrt-Bundesamt habe von den Manipulationen bei Millionen Dieselwagen nichts wissen können. Es liefen inzwischen auch Tests anderer Modelle. dhz/sd