Wohnungsmangel Ab Oktober: Förderung für kompakte Wohnungen

Mit zwei Milliarden Euro unterstützt der Staat den Kauf oder Bau von flächeneffizienten und klimafreundlichen Wohngebäuden. Was damit gemeint ist.

Rohbau
KfW-Programm "Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment" (KNN): Gefördert wird nur, was kompakt ist. - © bluedesign - stockk.adobe.com

Im Oktober startet das KfW-Programm "Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment" (KNN). Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sagt dazu: "Unsere Prognose ist, dass durch das KNN bis zu 150.000 neue Wohnungen und Häuser entstehen können." Im Fokus stünden die Begrenzung der Baukosten, die Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen und die Optimierung der Wohnfläche. Insgesamt hat das Ministerium für das Programm 350 Millionen Euro für 2024 und 1,65 Milliarden Euro für 2025 zu zur Verfügung gestellt.

Extra-Bonus im 1. Quartal 2025

Wie das Ministerium weiter mitteilte, soll der Zinssatz für ein Darlehen mit einer Laufzeit von 35 Jahren und einer Zinsbindung von zehn Jahren zum Start bei rund 2,0 Prozent liegen. Dies ist deutlich weniger als der Marktpreis. Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit solle es zum Programmstart zu einem Zinssatz von rund einem Prozent geben.

Daneben soll es im ersten Quartal 2025 noch eine Art Bonus geben, wenn strengere Anforderungen an die Gebäudeeffizienz erfüllt werden. Dann können die Kredite einen Umfang bis zu 150.000 Euro (EH 40 Standard) haben. Ansonsten liegt der Betrag bei maximal 100.000 Euro. Die zinsverbilligten Kredite können über die Hausbank bei der KfW beantragt werden.

EH 55 Standard wird ebenfalls gefördert

Antragsberechtigt sind nach Angaben des Ministeriums Unternehmen und Privatpersonen und alle, die das Haus oder die Wohnung als Ersterwerb kaufen. Gefördert werden der Neubau und der Ersterwerb neu errichteter flächeneffizienter und klimafreundlicher (EH 55- und EH 40 Standard) Wohngebäude. Das heißt, dass ein Haus nur 55 beziehungsweise 40 Prozent der Energie benötigt, die ein Standardhaus braucht. Verbilligte Kredite gibt es für die Baukosten inklusive technischer Anlagen wie Wärmepumpen sowie Fachplanung und Baubegleitung. Keine Vergünstigung gibt es für den Kauf von Grundstücken.

Wohnungen müssen flächeneffizient sein

Mit Blick auf die Baukosten gibt es keine fixe Obergrenze. Sie hänge vielmehr von "verschiedenen projektspezifischen Faktoren" ab. Also etwa von der Frage, wo gebaut werde, wie geheizt und wie viel Heizenergie insgesamt benötigt werde sowie vom aktuellen Baupreisindex. Klar ist indessen, dass nur kompakte Wohnungen gefördert werden. So wird die Wohnfläche in Abhängigkeit zur Anzahl der Räume begrenzt. Für eine Vierzimmerwohnung etwa, die größer als 85 Quadratmeter ist, gibt es keine Förderung mehr. Es sei denn, sie ist rollstuhlgerecht. Dann wird sie bis 100 Quadratmeter gefördert.

Weitere Informationen zum Programm für Wohngebäude und für Nichtwohngebäude