Bußgelder ab 168 Euro Ab Herbst in Norditalien: Fahrverbote für Euro-5-Diesel

Vier Regionen in Norditalien führen ab dem 1. Oktober 2025 Fahrverbote für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 in vielen Städten und Gemeinden ein. Dies betrifft auch deutsche Reisende und Pendler.

Auch hier gelten ab Herbst Fahrverbote für Euro-5-Dieselfahrzeuge: Stadt Como in der italienischen Region Lombardei. - © Harald Biebel – stock.adobe.com

Ab Oktober 2025 werden in mehreren norditalienischen Regionen weitreichende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge mit Euro-5-Norm eingeführt. Die Regelungen gelten laut mehreren Medienberichten in den Regionen Piemont, Lombardei, Emilia Romagna und Venetien – hauptsächlich in Städten mit mehr als 30.000 Einwohnern. Grundlage ist ein aktualisierter Luftreinhalteplan. Ursprünglich sollten die verschärften Regeln bereits 2023 in Kraft treten, wurden aber um zwei Jahre verschoben.

Fahrverbote im Detail: Regeln sind nicht einheitlich

Die genauen Bestimmungen unterscheiden sich je nach Region und betreffen Dieselfahrzeuge mit Euro-5-Norm, die zwischen dem 1. September 2011 und dem 1. September 2015 zugelassen wurden.:

  • Piemont: Die Einschränkungen gelten nur im Winterhalbjahr, zunächst vom 1. Oktober 2025 bis 15. April 2026. In den Folgejahren beginnen sie bereits am 15. September. Das Verbot gilt an Werktagen (Montag bis Freitag) von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr.
  • Lombardei: Hier ist ein dauerhaftes Fahrverbot ab dem 1. Oktober 2025 geplant. Es gilt an allen Tagen von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr.
  • Emilia Romagna: Ab dem 1. Oktober 2025 gilt ein dauerhaftes Fahrverbot an Werktagen (Montag bis Freitag) von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr.
  • Venetien: Ab dem 1. Oktober 2025 tritt ein dauerhaftes und uneingeschränktes Fahrverbot in Kraft, das an allen Tagen gilt.

Was bei Verstößen droht

Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen. Diese beginnen bei 168 Euro. Bei wiederholten Verstößen droht zudem ein Fahrverbot von bis zu einem Monat. In Italien verhängte Bußgelder können in der Regel auch in Deutschland vollstreckt werden.

Ausnahmen vom Diesel-Fahrverbot in Italien

Ob es Ausnahmen für bestimmte Fahrzeuggruppen, etwa Lieferwagen oder Handwerkerfahrzeuge, geben wird, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Es wird jedoch ein sogenanntes Move-In-System (Monitoraggio dei veicoli inquinanti) als Alternative zu den kommenden Diesel-Fahrverboten genannt. Das Move-In-System erlaubt Fahrzeugen, die eigentlich von den Fahrverboten betroffen wären, trotzdem in beschränktem Umfang in den Verbotszonen zu fahren. Fahrzeugbesitzer müssen hierfür eine sogenannte "Black Box" in ihrem Auto installieren, die die gefahrenen Kilometer innerhalb der Verbotszonen aufzeichnet und übermittelt. Euro-5-Dieselfahrzeuge haben dann ein Kilometerkontingent. In Piemont soll das jährliche Limit bei 9.000 Kilometern innerhalb der Verbotszonen liegen.

Hintergrund: Schlechte Luft im Norden Italiens

Hintergrund der Maßnahmen ist die hohe Luftverschmutzung im Norden Italiens, besonders im Winterhalbjahr. In der Po-Ebene werden Grenzwerte für Feinstaub regelmäßig überschritten. Die jetzt beschlossenen Fahrverbote sollen dazu beitragen, die Luftqualität zu verbessern. fre