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Aufstiegs-BAföG Ab August 2020: Mehr Geld für berufliche Fortbildungen

Bei einer beruflichen Fortbildung entstehen häufig hohe Kosten. Der Bundestag stimmte nun einer Reform des Aufstiegs-BAföG zu. Ab August 2020 gibt es folgende finanzielle Zuschüsse von Bund und Ländern.

„Karriere Inklusive“ – so lautet der Slogan des Aufstiegs-BAföG, das Arbeitnehmer bei der beruflichen Weiterqualifizierung finanziell unterstützt. Denn die Kosten von Lehrgängen, Prüfungen, Materialien und Lebensunterhaltungskosten können Beteiligte während einer Fort- und Weiterbildung vor große Herausforderungen stellen. Wer eine Fortbildung anstrebt, erhält ab August 2020 mehr Geld zur beruflichen Entfaltung. Dieser Reform des Aufstiegs-BAföG stimmte der Bundestag nun zu. Jeder kann gefördert werden, der sich in einer Fachschule oder mit einem Lehrgang auf eine berufliche Fortbildungsprüfung in Teil- oder Vollzeit vorbereitet – unabhängig vom Alter.

Mehr Geld für Fortbildungsabschluss zum Meister

Die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, unter anderem zum Handwerks- und Industriemeister, wird mit dem Aufstiegs-BAföG unterstützt. Die finanzielle Förderung wird vom Bund zu 78 Prozent und zu 22 Prozent von den Ländern übernommen. Anspruchsberechtigte können die Förderung dann in Form eines Zuschusses, der nicht zurückgezahlt werden muss, oder als zinsgünstiges Darlehen erhalten. 2018 wurden mehr als 650 Millionen Euro für Geförderte zugelassen.
Wer Anspruch auf das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (kurz: AFBG) erheben möchte, kann sich bei Förderämtern und Beratungsstellen beraten lassen oder bequem von zu Hause ein Antragsformular online ausfüllen.

Die Förderleistungen ab August 2020 im Überblick

  • Einkommensabhängiger Vollzuschuss zum Unterhalt (bisher 50-prozentiger Zuschuss)
  • Vollzuschuss für Unterhaltsbeitrag pro Kind und Ehepartner, je 235 Euro (bisher 45 Prozent beziehungsweise 50 Prozent als Darlehen)
  • 150 Euro/Monat als Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende (bisher 130 Euro), Höchstalter für die Berücksichtigung von betreuungsbedürftigen Kindern steigt auf 14 Jahre (bisher 10 Jahre)
  • 50-prozentiger Zuschuss für Lehrgangs- und Prüfungskosten (bisher 40 Prozent), der Rest wird als Darlehen gewährt
  • Ausweitung der Stundungs- und Erlassmöglichkeiten zur Rückzahlung
  • Mehrfache Förderung für Einzelne auf allen drei Fortbildungsstufen (zum Beispiel vom Gesellen zum Techniker, vom Techniker zum Meister, vom Meister zum Betriebswirt)

Grund zur Freude über diese Reform gab es bei dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). ZDH-Präsident, Hans Peter Wollseifer, lobte drei Aspekte, die junge Handwerker besonders entlasten würden. Wollseifer wertete den Vollzuschuss für Lebensunterhaltskosten bei dem Besuch von Vollzeitkursen als ein positives Zeichen. Ebenso erhielt die Entscheidung, dass Existenzgründern das Darlehen für die Lehrgangs- und Prüfungskosten erlassen wird, hohe Anerkennung. Dies beuge einer Darlehensverschuldung vor. Ein weiterer positiver Aspekt sei die Möglichkeit der Förderung von bis zu drei Fortbildungsabschlüssen. „Dieser weitsichtige Ausbau der Förderung der Höheren Berufsausbildung stellt einen wichtigen Schritt hin zur Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung dar.“, erklärt Wollseifer.

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