EU-Standard Ab 2024: Ein Ladekabel für beinahe alles

Vieles deutet darauf hin, dass Smartphones, Tablet-Computer und Kopfhörer künftig mit ein und demselben Kabel aufgeladen werden können. Jährlich könnten so 1.000 Tonnen Elektroschrott vermieden werden. Auch für kabelloses Laden soll es einen Standard geben.

In der EU soll künftig das USB-C-Ladekabel Standard sein. Apple soll sein Lightning-Kabel aufgeben müssen. - © prima91 - stock.adobe.com

Einheitliche Ladekabel für Handys und andere Geräte rücken näher. Die EU-Parlamentarier einigten sich am Mittwoch auf ihre Position zu dem Vorhaben. Von 2024 an sollen betroffene Hersteller ihre Geräte innerhalb der EU nur noch mit dem ovalen sogenannten USB-C-Ladeanschluss verkaufen dürfen. Außerdem sollen Verbraucher künftig die Wahl haben, ob sie das Gerät mit oder ohne Ladekabel erwerben möchten.

Eine finale Entscheidung zwischen Europaparlament und den EU-Staaten könnte diesen Sommer erzielt werden. In vielen Punkten sind sich die Positionen der EU-Staaten und des EU-Parlaments bereits recht nah. Ein Streitpunkt dürfte sein, ob außerdem noch weitere Geräte in die Pflicht miteinbezogen werden. Das Parlament wünscht sich eine USB-C-Pflicht ebenfalls für elektronische Kleingeräte wie Zahnbürsten, Smartwatches und weitere Wearables, sofern sie groß genug für einen USB-C-Anschluss sind.

Beobachter sprechen von "Anti-Apple-Gesetz"

Bei Smartphones hat sich USB-C schon heute überwiegend als Standard durchgesetzt. Nur Apple sträubt sich bislang, eine entsprechende Buchse in iPhones zu verbauen. Manche sprechen daher von einem "Anti-Apple-Gesetz". Die Tablets und Laptops des US-Herstellers verfügen hingegen bereits über USB-C-Anschlüsse.

Ein einziger Standard zum Aufladen von Smartphones, Laptops oder Kopfhörern spare Ressourcen, vermeide Tausende Tonnen Elektroschrott und schone den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher, sagte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne). Sie freue sich darüber, dass sich das Parlament dafür einsetze, dass mehr kleinere Geräte unter die neuen Regeln fallen sollen und auch für kabellose Ladestationen bis 2026 ein einheitlicher Standard gefunden werden solle.

Jährlich könnten 1.000 Tonnen Elektroabfall vermieden werden

Vor mehr als zehn Jahren brachte die Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller - unter ihnen auch Apple - einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning-Anschluss sowie Micro-USB. Nach Angaben der EU-Kommission fallen jährlich geschätzt 11.000 Tonnen Elektroabfall durch entsorgte und nicht benutzte Ladegeräte an. Davon könnten durch die neuen Regeln knapp 1.000 Tonnen eingespart werden. dpa/fre