Arbeitsmarkt Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli leicht gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl laut der Bundesagentur für Arbeit zwar um 39.000 auf 3,192 Millionen Menschen, das sind aber 271.000 weniger als im Juli 2009.

Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, die Arbeitslosigkeit sei im Zuge der Sommerpause gestiegen, saisonbereinigt aber wie schon in den Vormonaten gesunken. Die deutsche Wirtschaft sei auf Erholungskurs, und die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich weiter verbessert.

Saisonbereinigt ergibt sich laut BA für Juli eine Abnahme der Arbeitslosigkeit um 20.000. Auch die Unterbeschäftigung liege unter Vorjahresniveau. Im Vergleich mit der Zeit vor der Wirtschaftskrise seien Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zwar gestiegen, der Anstieg sei aber erheblich geringer ausgefallen als angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet worden sei. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten in saisonbereinigter Rechnung zuletzt zugenommen.

Die Kurzarbeit verliert laut BA weiter an Bedeutung. Nach vorläufigen Daten sei im Mai an 481.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt worden. Im April seien noch 589.000 und im Mai 2009 mehr als 1,4 Millionen konjunkturelle Kurzarbeiter gezählt worden.

Der Ausbildungsstellenmarkt ist nach Angaben der BA von einem demografiebedingten Bewerberrückgang bei stabilen Ausbildungsangeboten geprägt. Dabei übersteige die Zahl der gemeldeten Bewerber nach wie vor die Zahl der bislang gemeldeten Ausbildungsstellen.

Bundesregierung schöpft Optimismus

Die Bundesregierung hat sich zufrieden mit den jüngsten Arbeitsmarktzahlen geäußert. Die Juli-Daten lieferten "gute Gründe, mit Optimismus in den Herbst zu gehen", sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Der jahreszeitlich bedingte Anstieg der Arbeitslosenzahlen sei in diesem Sommer sehr verhalten ausgefallen, sagte sie. Diesen Effekt herausgerechnet seien sogar 20.000 Menschen weniger arbeitslos als im Juni. Bei dieser Entwicklung helfe nach wie vor die Kurzarbeit. Sie spiele "eine geringere, aber weiter wichtige Rolle", sagte die Ministerin. Besonders ermutigend sei, dass trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen insgesamt die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinke. Trotzdem dürfe man nicht den Fehler machen, die Krise mit ihren Folgen für den Arbeitsmarkt für beendet zu erklären.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte, die konjunkturelle Erholung habe inzwischen nahezu alle Bereiche der deutschen Wirtschaft erfasst und gebe dem Arbeitsmarkt starke Impulse. "Die Aussichten sind gut, dass wir bei der Arbeitslosigkeit zum Ende dieses Jahres die Drei-Millionen-Marke unterschreiten", sagte Brüderle. Wachsende Beschäftigung, weniger Kurzarbeit und eine bessere Kapazitätsauslastung sorgten ihrerseits für höhere Arbeits- und Gewinneinkommen sowie Zukunftsvertrauen. Das fördere Kauflaune, Konsum und Investitionstätigkeit.

Anhaltender Aufwärtstrend beid er Erwerbstätigkeit

Am Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin eine positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit. Im Juni 2010 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 40,3 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbs tätig. Das waren 131.000 Personen mehr als im Juni 2009.

Im Mai 2010 hatte die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent erstmals seit zwölf Monaten wieder über dem Vorjahresergebnis gelegen. Im Vergleich mit dem Vormonat Mai 2010 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juni 2010 um 41.000 Personen (+ 0,1 Prozent). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausblendung üblicher jahreszeitlich bedingter Schwankungen, ergab sich gegenüber Mai 2010 ein Plus von 32.000 Personen.

ddp/dhz