Handwerk feiert 20 Jahre Weidervereinigung Kentzler: Kaum noch Ost-West-Unterschiede im Handwerk

Im deutschen Handwerk gibt es immer weniger Unterschiede zwischen Ost und West. Die konjunkturelle Entwicklung zeige, "dass sich die Trennung in neue und alte Bundesländer inzwischen überlebt hat", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, der "Leipziger Volkszeitung".

Kentzler: Kaum noch Ost-West-Unterschiede im Handwerk

Die inzwischen rund 180.000 Handwerksbetriebe (1989: 85.000) mit einem Umsatz von 75 Milliarden Euro jährlich hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten maßgeblich den Aufbau Ost vorangetrieben. Anders als die Großunternehmen seien die westdeutschen Handwerksbetriebe bei den zehntausenden Neugründung behilflich gewesen und hätten nicht die Ost-Firmen abgewickelt.

Die Zahl der Beschäftigten ist in den neuen Ländern seit der Wende nach Angaben Kentzlers 1989 von 450.000 auf mittlerweile fast 800.000 gestiegen. Auch die Berufsausbildung im Handwerk habe zugenommen. Während es 1989 gerade einmal 23.500 Jugendliche gewesen seien, die eine Lehre aufgenommen hätten, seien es im vergangenen Jahr 64.000 gewesen. Kentzler ermunterte die Auszubildenden in den alten Ländern, eine der wegen der demografischen Entwicklung freien Lehrstellen in Ostdeutschland zu besetzen.

ddp