Handwerk verhalten optimistisch Wirtschaftskrise lässt Umsätze sinken

Das deutsche Handwerk ist nach einem deutlichen Umsatzrückgang 2009 für das laufende Jahr verhalten optimistisch. Man rechne mit einem nur noch geringen Umsatzminus von einem Prozent und einer stabilen Beschäftigungsentwicklung.

Wirtschaftskrise lässt Umsätze sinken

Im vergangenen Jahr hatte das Handwerk die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen. Wie das Statistische Bundesamt, setzte das zulassungspflichtige Handwerk gegenüber dem Vorjahr 5,0 Prozent weniger um. Zugleich sank die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent. 2008 hatte das Handwerk ein Umsatzwachstum von 4,4 Prozent verzeichnet. Der Beschäftigungsrückgang hatte 0,9 Prozent betragen.

Lediglich zwei der sieben Gewerbegruppen konnten den Angaben zufolge ihre Erlöse steigern. Beflügelt durch den Nachfrageanstieg infolge der Umweltprämie habe dabei das Kfz-Gewerbe mit Plus 1,7 Prozent den größten Zuwachs verzeichnet. Ebenfalls zugelegt habe mit 0,9 Prozent das Gesundheitsgewerbe. Dagegen seien die Umsätze bei den Handwerken für den privaten Bedarf stagniert. Dazu zählen beispielsweise Friseure und Steinmetze.

Kentzler sagte, die von den Statistikern ermittelten Kennzahlen für die Handwerkswirtschaft "bleiben etwas hinter unseren optimistischeren Prognosen zurück". Das Umsatz- und Beschäftigtenniveau bewege sich aber auf der Höhe der beiden für das Handwerk erfolgreichen Jahre 2006 und 2007. 2006 war ein Umsatzplus von 5,9 Prozent verzeichnet worden, während die Erlöse 2007 um 1,1 Prozent zurückgegangen waren. Bei der Beschäftigungsentwicklung war 2006 ein Minus von 1,4 Prozent und 2007 ein Plus von fast einem Prozent verzeichnet worden.

Wie Kentzler weiter sagte, habe das Handwerk 2009 deutlich mehr Stabilität als das verarbeitende Gewerbe insgesamt verzeichnet, das im gleichen Zeitraum 17 Prozent an Umsatz eingebüßt habe. Die Umsatzverluste im Handwerk seien vor allem aus den als Zulieferer und Dienstleister für die Industrie tätigen Betrieben gekommen.

Nach Angaben des ZDH hat die lange Frost- und Schneeperiode in diesem Winter vor allem die Aktivitäten der Bauhandwerker gebremst. Die konsumnahen Handwerke hofften, 2010 weiterhin von einem stabilen Konsumklima in Deutschland profitieren zu können. Die
industrieabhängigen Zulieferer und Dienstleister sähen sich nach der globalen Krise am Grund angekommen und erwarteten zumindest einen leichten Aufschwung. Das Kraftfahrzeughandwerk erwarte wegen des 2010 stark sinkenden Neuwagenverkaufs dagegen rückläufige Umsätze.

In Deutschland gab es Mitte 2009 rund 970 000 Handwerksbetriebe, die 4,8 Millionen Menschen beschäftigten. Die Stimmung in der Branche hatte Kentzler bei der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse in München Anfang dieses Monats als "gut" bezeichnet.

ddp