"Hartz IV"-Empfänger sollen gemeinnützig arbeiten, so ein Vorschlag der SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. Das Handwerk kritisiert den Vorstoß und spricht aus Erfahrung.
Handwerk gegen öffentliche Jobs für "Hartz IV"-Empfänger
"Ob es nun Arbeitspflicht oder ,Soziale Arbeit' genannt wird – die öffentliche Förderung gefährdet Arbeitsplätze in Unternehmen und verhindert die Vermittlung in reguläre Beschäftigung", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, der Tageszeitung "Die Welt".
Das Handwerk mache schon lange schlechte Erfahrungen mit der Billigkonkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt, kritisierte Kentzler. "Wenn Kommunen Langzeitarbeitslose beispielsweise über Ein-Euro-Jobs zu Dumpingkonditionen für umfangreiche gewerbliche und handwerkliche Tätigkeiten einsetzen, verlieren in der Folge Handwerksbetriebe Aufträge und Arbeit."
Die SPD-Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft hatte vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose für gemeinnützige Tätigkeiten einzusetzen. Für eine Arbeitspflicht aller "Hartz IV"-Empfänger hatte sich zuvor Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ausgesprochen.
ddp