In der Wirtschaft wächst die Angst vor zu großen Zugeständnissen Deutschlands und der Europäischen Union bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen.
Wirtschaft warnt vor überzogenen Klimaschutz-Zusagen der EU
"Das neue Klimaregime muss alle großen Emittenten und alle Industriesektoren gleichermaßen in die Pflicht nehmen", sagte Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), dem "Handelsblatt".
Wirksamer Klimaschutz sei nur möglich, "wenn alle großen Volkswirtschaften an einem Strang ziehen", sagte er und forderte von der Politik "mutige Schritte in Richtung eines globalen Emissionshandels". Anderenfalls könnten Unternehmen im Industrieland Deutschland ernsthaft in Gefahr geraten. Der BDI hatte in den vergangenen Monaten mehrfach die mit dem Klimaschutz verbundenen wirtschaftlichen Chancen hervorgehoben. Allerdings sieht der Industrieverband durchaus auch Probleme, die sich für bestimmte Branchen ergeben, wenn sich Deutschland und die EU zu strengen Klimaschutzzielen verpflichten, die USA und China aber nur schwache Zusagen machen.
Auch der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) warnt die EU vor überzogenen Zusagen und Alleingängen in Kopenhagen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, eine einseitige Verpflichtung der EU auf die CO2-Reduktion von 30 Prozent in den nächsten zehn Jahren würde erhebliche Zusatzkosten bedeuten. Es würde zudem die Wettbewerbsposition international tätiger Unternehmen massiv schwächen. "Erderwärmung ist global, deshalb macht letztlich nur eine Verpflichtung aller wichtigen Emittenten weltweit auf verbindliche Klimaschutzziele Sinn", sagte Wansleben.
ddp