Konjunktur Deutsche Wirtschaft weiter im Aufwärtstrend

Die deutsche Wirtschaft erholt sich weiter. Neben dem Statistischen Bundesamt prognostiziert auch der Sachverständigenrat eine leichte Erholung der Wirtschaft.

Die Exporte zogen im dritten Quartal an. Foto: ddp

Deutsche Wirtschaft weiter im Aufwärtstrend

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Nach dem starken Einbruch im Winterhalbjahr scheine sich damit der leichte Aufwärtstrend der Wirtschaft fortzusetzen, erklärte die Behörde. Im zweiten Quartal hatte das BIP-Plus 0,4 Prozent betragen.

Im Vorjahresvergleich sei das Ausmaß der Wirtschaftskrise allerdings noch deutlich erkennbar, teilten die Statistiker mit. Die Wirtschaftsleistung sei im Vergleich zum dritten Quartal 2008 um 4,7 Prozent zurückgegangen. Das Minus sei damit etwas schwächer ausgefallen als im zweiten Quartal.

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich den Angaben zufolge insbesondere von den Exporten und den Investitionen in Ausrüstungen und Bauten. Allerdings seien auch die Importe im Vergleich zum Vorquartal kräftig angestiegen, was unter anderem zu einem Aufbau der Lagerbestände geführt habe. Die privaten Konsumausgaben seien dagegen zurückgegangen und hätten das Wirtschaftswachstum gebremst.

Sachverständigenrat sieht deutsches Wachstum 2010 bei 1,6 Prozent

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) erwartet für das Jahr 2010 "eine leichte Erholung mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,6 Prozent". Damit sind die "fünf Wirtschaftsweisen" optimistischer als die Bundesregierung, die für 2010 ein Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert hatte.

Harte wie weiche Konjunkturindikatoren deuteten auf eine leichte Aufwärtsbewegung in der zweiten Jahreshälfte 2009 und im Jahr 2010 hin, heißt es in dem Gutachten, das die Experten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreichten. Für das Jahr 2009 sei von einem BIP-Rückgang von 5,0 Prozent auszugehen. Im vergangenen Jahr hatten die Experten für 2009 eine Stagnation erwartet.

So erfreulich das Ende der Abwärtsdynamik sei, könne es nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die deutsche Wirtschaft nach wie vor in einem tiefen Tal befinde. "Die leicht positiven Signale für das Jahr 2010 geben keinen Anlass zu euphorischen Einschätzungen etwa im Hinblick auf ausgabenpolitischen Spielräume in den öffentlichen Haushalten", warnen die Experten die Politik. Dazu sei die Aufwärtsentwicklung zu schwach und zu fragil.

Handwerk: "Wirtschaftlich schweres Jahr"

"Die aktuelle Belebung der Konjunktur darf nicht darüber hinweg täuschen, dass auch 2010 ein wirtschaftlich schwieriges Jahr für Deutschland wird. Denn sie kommt von einem sehr niedrigen Niveau und es bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten", kommentierte Handwerkspräsident Otto Kentzler das Jahresgutachten. Vor allem die steigende Arbeitslosigkeit und wachsende Finanzierungsengpässe der Unternehmen müssten Sorge bereiten. " Die Finanzierungsbedingungen haben sich im Jahresverlauf weiter verschlechtert. Die Anforderungen an Sicherheiten sind so stark gestiegen, dass es für Betriebe deutlich schwieriger geworden ist, an Kredite zu kommen", sagte Kentzler. Diese unzureichende Betriebsmittelfinanzierung gefährde solide Betriebe. "Keinesfalls darf es dazu kommen, dass leistungsfähige und im Grunde robuste Betriebe aufgrund überzogener Zurückhaltung der Banken Insolvenz anmelden müssen. Die Kreditwirtschaft muss hier ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Gegebenenfalls muss die Politik notwendige Schritte einleiten."

pc/ddp