Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt vor einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Die beginnende konjunkturelle Erholung sei nicht stark genug, um einen kräftigen Beschäftigungszuwachs zu bewirken.
Arbeitslosigkeit könnte deutlich ansteigen
Sollte die Erholung nicht rasch an Fahrt gewinnen, sei 2010 ein Anstieg der Arbeitslosenquote in den zweistelligen Bereich zu erwarten, heißt in einer OECD-Studie.
Bislang ist die Arbeitslosigkeit den Angaben zufolge in Deutschland weniger stark gestiegen als in anderen Industrieländern. Während die Erwerbslosigkeit in allen OECD-Ländern im Juli mit durchschnittlich 8,5 Prozent den höchsten Wert der Nachkriegszeit erreicht habe, habe sie in Deutschland bei 7,7 Prozent gelegen. In den 19 EU-Staaten, die der OECD angehören, habe die Arbeitslosenquote im Juli sogar bei durchschnittlich 9,3 Prozent gelegen.
Bei der Langzeitarbeitslosigkeit liegt Deutschland den Angaben zufolge allerdings deutlich über dem OECD-Durchschnitt. So hätten 2008 mehr als 50 Prozent der Arbeitslosen angegeben, dass sie seit mehr als einem Jahr nach einem Job suchen, im OECD-Schnitt seien es nur 26 Prozent gewesen.
Bei den Zahlen handelt es sich um saisonbereinigte Daten, die gemäß den Kriterien der International Labour Organization (ILO) ermittelt werden. Sie sind mit den monatlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg nicht vergleichbar. Der 1961 gegründeten OECD gehören 30 Länder an, darunter vor allem Industriestaaten.
ddp
