Die führenden Wirtschaftsverbände erwarten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Zusage für eine schnelle Reform der Unternehmensbesteuerung nach der Bundestagswahl.
Wirtschaft setzt Merkel bei Steuern unter Druck
"Wir werden darauf drängen, dass die notwendigen Nachbesserungen bei der Unternehmens- und Erbschaftsteuer gleich am Anfang der Legislaturperiode angepackt werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), dem "Handelsblatt". Diese Reform werde ein Gradmesser für die nächste Bundesregierung. "Die Nachbesserungen müssen so schnell wie möglich kommen", sagte Schnappauf.
Nach Ansicht des BDI müssen vor allem die prozyklisch wirkenden Elemente wie die beschränkte Absetzbarkeit von Zinskosten, die steuerlichen Regeln bei der Übernahme von Unternehmen und die Vorschriften für die Lohnsumme im Erbfall beseitigt werden.
Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) setzt ebenfalls auf Tempo. "Wenn die Unternehmen schnell wieder auf Wachstumskurs kommen und Arbeitsplätze sichern sollen, muss auch die Politik schnell handeln", sagte BGA-Präsident Anton Börner der Zeitung. Die Nachbesserungen müssten noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Als zentrales Instrument zur Verbesserung der Liquiditätssituation der Unternehmen sieht Börner die Wiedereinführung des Verlustrücktrags. "Viele Unternehmen werden nur dann durch die Krise kommen, wenn sie wieder die Möglichkeit erhalten, Verluste mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen zu können", sagte Börner.
Der Chef ded Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, warnt davor, dass die konjunkturellen Lichtblicke durch Finanzierungsengpässe eingetrübt werden. "Die Besteuerung von Kosten bei der Gewerbesteuer und die Nichtberücksichtigung von Verlusten drücken auf die Liquidität der Unternehmen und vernichten Eigenkapital", sagte Driftmann dem Blatt.
ddp