Quergedacht Die Mission impossible der SPD

Der guten Tante SPD wird schon verdammt viel zugemutet auf ihre alten Tage. Dies betrifft vor allem ihre Position im Parteiengefüge und die Frage, wofür sie eigentlich steht. Glosse von Roman Leuthner

Ist der "Deutschland-Plan" ein letzter Akt der Verzweiflung von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Foto: ddp

Die Mission impossible der SPD

"Zwischen Baum und Borke": Dieser fatalistische Seufzer mancher Anhänger mag die Ausgangslage vor der Bundestagswahl 2009 wohl am besten beschreiben. Zwischen Regierungs(mit)verantwortung und schierer Sehnsucht nach Opposition, wo man Seehofer & Co. endlich gewaltig Eines auf die Klappe geben könnte, zwischen Agenda 2010, die tiefe Einschnitte ins soziale System mit sich brachte und dem ewig wogenden Kampf um traditionelle soziale "Errungenschaften", zwischen dem "Boss der Bosse" und der Lust am 142. Filmstreifen über das Leben des Che Guevara… Oh Gott, die SPD!

Was sie so sympathisch macht, ist ihr Mut: Das war unter Scharping so, mit dem sie, genau besehen, keinen Blumentopf gewinnen konnte, und den sie gleichwohl mit dem Gassenhauer "Jetzt geht’s los!" ins Rennen schickte, das war unter Beck so, der sie in Biedersinn und Langeweile beinahe erstickte, und das ist offensichtlich auch unter Steinmeier nicht anders. Auch der ein großer Redner vor dem Herrn, einer, der die Massen mitreißt, der, wenn schon die Mission schier impossible ist, wenigstens den unbändigen Willen zum regierenden Gestalten versprüht…

Oh je, die SPD! Vielleicht musste sie 140 Jahre alt werden, um mit ansehen zu müssen, wie sie zerrieben wird zwischen linken und neoliberalen Populisten – und der eigenen Zerrissenheit.