Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums Wirtschaftsabschwung verlangsamt sich

In der deutschen Wirtschaft mehren sich die Anzeichen für eine Wende zum Besseren. Wie das Bundesfinanzministerium in seinem aktuellen Monatsbericht erklärt, stärken die aktuellen Wirtschaftsindikatoren die Erwartung einer konjunkturellen Bodenbildung.

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Wirtschaftsabschwung verlangsamt sich

Die gesamtwirtschaftliche Abwärtsdynamik in Deutschland habe zuletzt deutlich an Tempo verloren. Eine Reihe von Indikatoren deute "sogar darauf hin, dass die konjunkturelle Talfahrt in einigen Wirtschaftsbereichen bereits zum Stillstand gekommen sein könnte". Die Entwicklung der vorliegenden Wirtschaftsdaten stütze die Einschätzung, "dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2009 günstiger ausgefallen sein könnte als bisher geschätzt", berichtete das Ministerium. Der Arbeitsmarkt zeige sich dank der starken Ausweitung der Kurzarbeit "weiterhin bemerkenswert robust gegenüber der Schärfe des konjunkturellen Einbruchs". Bei einer nur zögerlichen Erholung der Gesamtwirtschaft sei aber im weiteren Jahresverlauf mit einer schlechteren Arbeitsmarktlage zu rechnen.

Bundesbank: Rezession hat sich abgeschwächt

Auch nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank hat der wirtschaftliche Abschwung in Deutschland im Frühjahr stark an Dynamik verloren. Wie die Bundesbank in ihrem Monatsbericht schreibt, hat sich die rezessive Grundtendenz, die im Winterhalbjahr ein ausgesprochen hohes Tempo angenommen hatte, im zweiten Quartal "deutlich abgeschwächt".

"Den vorliegenden Indikatoren zufolge dürfte die gesamtwirtschaftliche Erzeugung im Frühjahr saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal nur noch leicht zurückgegangen sein", erklärte die Bundesbank. Im ersten Quartal 2009 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Monatssicht noch um 3,8 Prozent gesunken. Nach Prognosen von Bankvolkswirten ist die deutsche Wirtschaft zwischen April und Juni nur noch um 0,5 Prozent oder weniger geschrumpft.

Nach Einschätzung vieler Beobachter scheint die deutsche Wirtschaft früher als erwartet aus ihrer schweren Rezession herauszukommen. Einige Experten sehen deshalb BIP-Prognosen für das Gesamtjahr 2009 von minus 6 oder minus 7 Prozent als revisionsbedürftig. Die Bundesbank selbst hatte im Juni für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität um 6,2 Prozent vorhergesagt. Für 2010 prognostiziert sie eine Stagnation des BIP.

Das Statistische Bundesamt teilte derweil mit, dass die deutschen Erzeugerpreise im Juni auf Jahressicht um 4,6 Prozent zurückgegangen sind. Es war der stärkste Rückgang seit Dezember 1986, als ebenfalls eine Jahresrate von minus 4,6 Prozent verzeichnet worden war. Als Hauptgrund nannten die Statistiker wie in den Vormonaten die Entwicklung der Energiepreise.

ddp