Die Wirtschaftskrise hat den Lehrstellenmarkt erfasst. Nach Berechnungen des Handwerks konnten im Mai deutlich weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen werden.
Starker Rückgang bei Lehrstellen
Die Handwerkskammern registrierten bis Ende Mai 35.385 neue Ausbildungsverträge. Diese ersten Trendzahlen deuten darauf hin, dass der hohe Stand der Jahre 2007 und 2008 nicht erreicht werden kann. In Westdeutschland liegt der Rückgang derzeit bei 9,3 Prozent. In Ostdeutschland liegen die Vertragszahlen um 13,5 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus. (Bundesgebiet: - 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Fünf-Punkte Aktionsplan gegen die Flaute
Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), sagte der Zeitung "Die Welt": "Nur wer jetzt weiter ausbildet, sichert die Leistungsfähigkeit seines Betriebes auch über die gegenwärtige Krise hinaus." Die Zeitung schrieb, DIHK und ZDH wollten mit einem Fünf-Punkte-Aktionsplan gegen die Flaute am Ausbildungsmarkt ankämpfen. Unter anderen sollten Betriebe in Kurzarbeit bei der Ausbildung unterstützt werden. Zudem sollten Lehrlinge, deren Betrieb Insolvenz anmelden muss, von den Kammern umgehend weitervermittelt werden, damit sie ihre Lehre beenden können. Außerdem solle der Einsatz sogenannter ausbildungsbegleitender Hilfen ausgeweitet werden, um schwachen Schülern bessere Ausbildungschancen zu eröffnen.
Das von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) genannte Ziel von 600.000 neuen Ausbildungsabschlüssen für dieses Jahr sei nach Ansicht der Verbände schon aus demografischen Gründen unerreichbar, schrieb das Blatt. Vor allem im Osten seien die Schulabgängerzahlen stark rückläufig. DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann versicherte aber, die zentrale Aussage des 2004 geschlossenen Ausbildungspaktes werde man auch in der Krise einhalten: allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung zu machen.
ddp