Europawahl 2009 Ein Kreuz für mehr Mitbestimmung in Europa

Die Niederlande und Großbritannien haben schon gewählt. Am Sonntag ist Deutschland dran. Das Interesse ist gering, dabei genügt ein Kreuz auf dem fast einen Meter langen Wahlzettel.

Ein Kreuz für mehr Mitbestimmung in Europa

Wahlberechtigt sind in Deutschland nicht nur 62,2 Millionen Bundesbürger, sondern auch alle hier lebenden erwachsenen EU-Bürger. Die größte Gruppe stellen dabei 459.917 Italiener, gefolgt von 361.192 Polen und 252.589 Griechen. Am Ende der Liste der EU-Länder stehen 837 Bürger aus Zypern sowie 402 aus Malta.

Entgegen der Gepflogenheiten zur Bundestagswahl gibt es diesmal nur ein Wahlgebiet, wenngleich nicht alle Parteien und politische Vereinigungen auf allen Wahlzetteln zu finden sind. So kann die CSU nur in Bayern antreten, muss aber die bundesweit geltende Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Das war aber in Bayern, wo diesmal 9,3 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen sind, in der Vergangenheit nicht schwierig. Jüngsten Umfragen zufolge schafft es die CSU auch diesmal.

Den größten Berg an Wahlzetteln dürfte es in Nordrhein-Westfalen auszuzählen geben, wo es 13,5 Millionen Wahlberechtigte gibt. 7,7 Millionen sind es in Baden-Württemberg, 6,1 Millionen in Niedersachsen. Im Osten führt Sachsen die Liste mit 3,5 Millionen Wahlberechtigten an. Jedoch sagen diese Zahlen wenig über den tatsächlichen Arbeitsanfall für die Feststellung des Wahlergebnisses an. Die Wahlbeteiligung fiel in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich von 62,3 Prozent (1989) über 60,0 Prozent (1994) und 45,2 Prozent (1999) auf 43,0 Prozent beim Urnengang 2004.

Damit alles zum Wahltag ordnungsgemäß ablaufen kann, werden dennoch etwa 630.000 Wahlhelfer im Einsatz sein. Sie sollen sichern, dass die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet sind. Rund 80.000 Urnen- und etwa 10.000 Briefwahlbezirke wird es geben. Die meisten Wahlhelfer benötigt mit 18 000 übrigens Berlin.

Rasche Zahlen wie zur Bundestagwahl wird es allerdings nicht geben. Denn laut EU-Vorgaben dürfen nationale Ergebnisse erst veröffentlicht werden, wenn das letzte Wahllokal in einem EU-Land geschlossen hat. Das ist diesmal Italien, wo die Bürger am 7. Juni bis 22 Uhr ihre Stimmen abgegeben können. Am längsten müssen damit die Niederländer und die Briten warten, die bereits am 4. Juni an die Wahlurnen gerufen werden.

Für alle "schusseligen" Wähler gibt es einen besonderen Service des deutschen Informationsbüros des Europaparlaments. Wer glaubt, sich den 7. Juni nicht merken zu können, sollte eine SMS mit dem Stichwort "Europawahl" an die 88100 senden. Rechtzeitig zum Wahltermin wird er dann eine Wahlerinnerung auf seinem Handy vorfinden.

Alle wichtigen Informationen zur Europawahl >

André Spangenberg/ddp