Zur Rettung des schwer angeschlagenen Autoherstellers Opel steigt der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna bei dem Traditionsunternehmen ein. Magna hat hierzu ein Konsortium mit dem russischen Autohersteller Gaz und der russischen Sberbank gebildet. Eine Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") wurde zwischen dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und Magna getroffen. Das dreiseitige Dokument ist rechtlich zwar nicht bindend, allerdings sind sich beide Seiten in allen wichtigen Fragen einig, so dass der Einstieg als ausgemacht gilt, wie aus Regierungskreisen zu erfahren war.
Die Rettung von Opel durch Magna im Detail
Für die Rettung wird das europäische Geschäft von GM - dazu gehören neben Opel noch Saab und Vauxhall – zunächst zu 65 Prozent in eine Treuhandgesellschaft überführt. Die restlichen 35 Prozent verbleiben bei GM. Diese Treuhandgesellschaft wird von zwei Geschäftsführern geführt; einen stellt der Bund, den anderen GM. Ein fünfköpfiger Beirat soll die Aufsicht übernehmen. Die Treuhandgesellschaft soll den weiteren Investorenprozess, also den Einstieg von Magna, und die Sanierung beaufsichtigen. Die Bundesregierung und die vier Bundesländer mit Opel-Standorten gewähren für diese Zeit einen Überbrückungskredit für sechs Monate von maximal 1,5 Milliarden Euro. In diese Überbrückungsfinanzierung steigt Magna mit 300 Millionen Euro ein.
Das Geld für den Überbrückungskredit kommt zur Hälfte vom Bund (750 Millionen Euro) und zur anderen Hälfte von Hessen (447 Millionen Euro), Nordrhein-Westfalen (150 Millionen Euro), Rheinland-Pfalz (102 Millionen Euro) und Thüringen (51 Millionen Euro). Das Geld soll allerdings nur für einen nachgewiesenen Bedarf, etwa das Begleichen von Rechnungen, bereitgestellt werden. Für die Kredite erhalten Bund und Länder Sicherheiten von GM.
An dem künftigen Unternehmen unter dem Namen Adam Opel wird Magna voraussichtlich 20 Prozent halten, die russische Sberbank 35 Prozent, GM 35 Prozent und die Mitarbeiter die restlichen 10 Prozent. Magna hat in Aussicht gestellt, alle vier deutschen Standorte Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern erhalten zu wollen. Die Zahl der insgesamt rund 25.000 Mitarbeiter wird aber wohl reduziert werden. So wird mit einem «Anpassungsbedarf» von rund 2.600 Stellen gerechnet. Verbindliche Arbeitsplatzabsprachen oder Standortgarantien mit der Regierung gibt es allerdings nicht. Dies hätte gegen EU-Recht verstoßen.
ddp