Angesichts der sich verdichtenden Hinweise auf ein Ende der Talfahrt der deutschen Wirtschaft und der Hoffnung auf eine vorsichtige Stabilisierung ist das Konsumklima in Deutschland im Mai stabil auf niedrigem Niveau geblieben.
Konsumklima hält sich weiterhin stabil
Der aus den Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie der Anschaffungsneigung der Verbraucher vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK ermittelte Konsumklimaindikator für Juni erreichte wie im Vormonat die Marke von 2,5 Zählern. Allerdings stehe angesichts der befürchteten zunehmenden Arbeitslosigkeit die echte Belastungsprobe für die Verbraucherstimmung noch aus, teilte das GfK am Dienstag in Nürnberg mit.
Nach Angaben des Instituts legten die Konjunkturerwartungen zum zweiten Mal in Folge leicht zu. Das hänge damit zusammen, dass die Verbraucher trotz des nach wie vor sehr ausgeprägten Konjunkturpessimismuses davon ausgingen, dass gesamtwirtschaftlich das Schlimmste hinter ihnen liege. Früheren GfK-Angaben zufolge gibt es zudem kaufkraftstärkende Faktoren, wie eine niedrige Inflation, geringere Energiepreise und steigende Renten.
Die Anschaffungsneigung bleibt dem GfK zufolge weiterhin auf gutem Niveau. Der entsprechende Indikator habe sogar ein leichtes Plus verzeichnet. Dazu hätten finanzielle Anreize aus dem Konjunkturpaket wie die Abwrackprämie beigetragen. Die Einkommenserwartungen verzeichneten geringe Einbußen. Laut GfK wirkt sich vor allem die zunehmende Angst der Deutschen vor einem Jobverlust negativ auf die Stimmung aus.
Trotz des weiterhin stabilen Konsumklimas blickt das GfK skeptisch in die Zukunft. Die weitere Entwicklung hänge "ganz entscheidend davon" ab, in welchem Umfang sich der Arbeitsmarkt eintrübe. Allerdings dürfte der Konsum in diesem Jahr den starken Einbruch bei Exporten und Investitionen etwas abmildern. Für eine vollständige Kompensation dieser Verluste sei das Konsumklima jedoch zu schwach.
Für die Erstellung des GfK-Konsumklimaindikators werden monatlich rund 2.000 Verbraucher im Auftrag der EU-Kommission befragt. Die Studie wird seit 1980 erhoben.
ddp