Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Quartal 2009 einen historischen Einbruch erlitten. Das Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich von Januar bis März gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 3,8 Prozent.
Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal deutlicher als erwartet
Gegenüber dem ersten Quartal 2008 ging das BIP kalenderbereinigt um 6,9 Prozent zurück. Volkswirte hatten hier ein Minus von nur 6,2 Prozent erwartet. Unbereinigt - das Berichtsquartal hatte 0,6 Arbeitstage mehr als das erste Quartal 2008 - betrug der Rückgang 6,7 Prozent.
Laut Statistikern hatten sowohl der Außenbeitrag als auch die Investitionen einen negativen Effekt auf das BIP. Allein bei den privaten und staatlichen Konsumausgaben sei ein leichter Anstieg verzeichnet worden.
ING-Volkswirt Carsten Brzeski glaubt, dass nun das Schlimmste wirklich vorbei sei. Die Vertrauensindikatoren stiegen, die Auftragseingänge und die Exporte ebenso, und die Produktion habe sich stabilisiert. "Der freie Fall der deutschen Volkswirtschaft scheint zu Ende", sagte Brzeski. Allerdings befinde sie sich jetzt auf dem Stand von 2005.
Auch UniCredit-Volkswirt Alexander Koch geht davon aus, dass das erste Quartal 2009 den Tiefpunkt der "Großen Rezession" dargestellt hat. Für das zweite Quartal rechne er mit einem BIP-Rückgang um 0,5 Prozent und für das Gesamtjahr 2009 mit einem Minus von 6,2 Prozent.
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet ebenfalls, dass das BIP auch noch im zweiten Quartal sinken wird. Zwar seien die Auftragseingänge im März gestiegen, aber ihr Trend weise weiterhin klar nach unten. Für das Gesamtjahr 2009 erwarte Krämer ein BIP-Minus zwischen sechs und sieben Prozent, "wobei wir möglicherweise näher an
die sechs Prozent als an die sieben Prozent kommen werden".
ddp