Die Bundesregierung will die Grenzwerte für schädliche Abgase bei Herden und Kaminen erhöhen und durch finanzielle Zuschüsse den Kauf einer umweltfreundlicheren Anlage unterstützen. Von Karin Birk und Patrick Choinowski
Staatliche Zuschüsse für saubere Öfen geplant
Von einer "Abwrackprämie" wollte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung online nicht sprechen, da das Verschrotten des alten Ofens keine Voraussetzung sei.
Wie der Sprecher weiter sagte, wird die entsprechende Novelle des Bundes-Immissionsschutzgesetzes derzeit zwischen den Ressorts abgestimmt. Wenn alles gut gehe, solle die Novelle noch in den nächsten Wochen ins Kabinett und noch vor der Bundestagswahl verabschiedet werden. Damit die Verordnung niemand finanziell überfordert, soll es lange Übergangsfristen und finanzielle Zuschüsse für neuere Anlagen geben.
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) begrüßt die Einführung staatlicher Zuschüsse für saubere Öfen. Dass dies nicht "Abwrackprämie" genannt werden, spiele keine Rolle. "Die Umweltprämie für alte Autos hat gezeigt, dass der Begriff Abwrackprämie einen viel stärkeren psychologischen Reiz ausmacht als alle Hinweise auf schon bestehende Fördermöglichkeiten. Wir begrüßen das, auch wenn die Zuschüsse nur inoffiziell den Namen Abwrackprämie tragen werden. Aber das ist bei den Autos ja nicht anders", sagte ZVSHK-Sprecher Frank Ebisch der Deutschen Handwerks Zeitung online .
Mehr Arbeit für Schornsteinfeger
Wie aus Regierungskreisen bekannt wurde, sollen die Zuschüsse aus dem schon bestehenden Marktanreizprogramm von jährlich 500 Millionen Euro bezahlt werden. Noch sei allerdings nicht bekannt, wie hoch die Zuschüsse ausfallen werden. Sicher ist nur, dass Schornsteinfeger künftig mehr Arbeit haben werden. Denn künftig sollen bestehende und neue Öfen besser überwacht werden.
Der ZVSHK macht sich zudem weiter dafür stark, den Modernisierungsstau in deutschen Heizungskellern mit einer Abwrackprämie für alte Heizungsanlagen – und nicht nur für Kaminöfen, aufzulösen. "Mit dieser Entscheidung des Hauses Gabriels ist ein erster Schritt gemacht, um unsere Vorstellungen bei den Entscheidungsträgern in Berlin erfolgreich durchzusetzen", ist Ebisch zufrieden.