Der österreichisch-kanadische Automobilzulieferer Magna plant eine Mehrheitsübernahme beim angeschlagenen Autohersteller Opel.
Magna will Opel-Mehrheit
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat ein Interesse des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna an einem Mehrheits-Einstieg bei Opel bestätigt. Magna wolle zunächst 19,1 Prozent der Opel-Anteile übernehmen, sagte Beck. Über Tochterfirmen des Unternehmens solle aber dann ein Anteil von mehr als 50 Prozent erreicht werden. "Wer auch immer bei Opel einsteigt, will auch das Sagen haben", betonte Beck. Der Ministerpräsident berief sich auf ein Telefonat mit einem der beiden Magna-Chefs, nämlich mit Siegfried Wolf, das kürzlich stattgefunden habe.
Zugleich warf der Ex-SPD-Chef Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) "schwere handwerkliche Fehler" bei der Koordinierung in Sachen Opel vor. Die Länder würden zurzeit überhaupt nicht über das Vorgehen des Bundes informiert, eine Abstimmung über ein gemeinsames Vorgehen gebe es nicht mehr, kritisierte Beck. Es sei doch "idiotisch, in einer Zeit, in der es Telefone gibt, nicht miteinander zu reden". Die Länder hätten ein "legitimes Interesse" an der Rettung Opels und seien auch bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Die Federführung müsse beim Bundeswirtschaftsminister liegen, unterstrich Beck. "Es muss aber auch koordiniert werden", forderte er.
Er habe "oft genug versucht", Kontakt zu Guttenberg aufzunehmen, es sei aber nie eine Rückmeldung gekommen, sagte Beck weiter. Offenbar gebe es eine "tiefe Zerstrittenheit in der Union", ob Opel staatliche Beihilfe gewährt werden sollten. "Mein Eindruck ist, dass es eine so unsichere Haltung des Bundeswirtschaftsministers gibt, dass eine Koordinierung gar nicht mehr stattfindet", sagte Beck.
Interessenten wie Wolf "rufen ja nicht nur mich an", sagte Beck weiter. Es gehe nicht an, dass man dann nicht wisse, "wie man mit einem solchen Vorschlag umgehen soll". Es sei ein "grober Fehler", die Vorgehensweisen der öffentlichen Hand nicht abzustimmen. Die einzelnen Länderchefs "blind laufen zu lassen, ist nicht in Ordnung", fügte er hinzu.
ddp