Vor Konjunkturgipfel Chef der Wirtschaftsweisen gegen drittes Konjunkturpaket

Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hält gegenwärtig nichts von weiteren staatlichen Konjunkturhilfen.

Chef der Wirtschaftsweisen gegen drittes Konjunkturpaket

"Erst einmal müssen die bisherigen Konjunkturpakete im Inland und Ausland ihre Wirkung entfalten, dies beginnt erst jetzt", sagte Franz der "Financial Times Deutschland". Der Vorsitzende des Wirtschafts-Sachverständigenrates betonte: "Ein 'drittes Konjunkturpaket' lehne ich derzeit ab."

Am kommenden Mittwoch tagt ein Konjunkturgipfel im Kanzleramt, bei dem die Bundesregierung mit Spitzenvertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften über eine bessere Koordinierung beraten will. Franz unterstrich, die stark gesunkenen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise in der Größenordnung von rund 30 Milliarden Euro stellten so etwas wie ein drittes Konjunkturprogramm dar.

Zudem erwarte er im Verlauf des Sommers "eine gewisse konjunkturelle Bodenbildung". Der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sagte voraus, bereits in einigen Monaten dürfte die konjunkturelle Abwärtsbewegung allmählich zum Erliegen kommen.

ddp