Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Handwerk als "das Herzstück des Mittelstands" bezeichnet. Zugleich lobte die Kanzlerin bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Dortmund, dass die Branche angesichts der Wirtschaftskrise keine Panikmache betreibe.

Merkel: "Handwerk ist Herzstück des Mittelstands"
Das Handwerk sei ein "weitsichtig handelnder Partner" und habe immer in Generationen, nie in Quartalen gedacht. Das müsse auch künftig so bleiben. Das Handwerk sei eine "starke Säule der deutschen Wirtschaft", das unverzichtbar für das Ausbildungssystem und die Unternehmenskultur in Deutschland sei, sagte die Kanzlerin. Sie betonte, dass der Staat in der derzeitigen Krise sich nicht nur um die Großen, sondern auch um die Kleinen kümmere: "Wir kümmern uns um jeden gleich!"
Zugleich kritisierte Merkel die Einstellung einiger Manager in der derzeitigen Krise. Sie sei entsetzt, mit welcher Nonchalance sich manche der Manager Bonuszahlungen leisteten und einsteckten. In der Krise dürfe der normale Maßstab nicht verloren gehen. Den Hilfspaketen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise lägen Summen zugrunde, die unvorstellbar seien. Dies müsse man sich immer wieder klarmachen und ein Gefühl dafür bewahren.
Kentzler fordert umfassende Steuerreform für neue Legislaturperiode
Aus Sicht von Otto Kentzler, Präsident der Handwerkskammer Dortmund und zugleich des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), gehen von den beiden Konjunkturpaketen der Bundesregierung "wichtige Impulse und Chancen" aus. Für die nächste Legislaturperiode forderte er von der Politik eine umfassende Einkommens- und Mehrwertsteuerreform.
Auch Kentzler unterstrich die besondere gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks. Die Branche kenne ihre Verantwortung für Wirtschaft und Gesellschaft genau – "als Arbeitgeber, Ausbilder und unverzichtbarer Stabilisator der Realwirtschaft". "Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und zur Belebung einer neuen Werte-Diskussion beitragen, um zu einer wirklichen sozialen Marktwirtschaft zurückzukommen", betonte der Handwerkspräsident. Das sei es, was das Land mehr denn je braucht, um aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen.
Sabine Meuter/ddp